Int. Fußball - Löw holt Adler zurück ins DFB-Team

Zwei Paukenschläge zum Jahresabschluss: Für den Kracher gegen die Niederlande nominiert Joachim Löw einen Rückkehrer - und holt zudem einen Neuling ins Team. Mit HSV-Keeper Rene Adler steht die einstige Nummer 1 der Nationalmannschaft nach zwei Jahren Pause wieder im Kader. Seine Premiere im DFB-Aufgebot feiert der 24-jährige defensive Mittelfeldmann Roman Neustädter vom FC Schalke.

"René hat im letzten halben Jahr großartige Leistungen gezeigt. In der Form gehört er in das Aufgebot", sagte Löw und ergänzte mit Blick auf Debütant Neustädter: "Ich habe seine Leistungen schon letztes Jahr sehr positiv gesehen. Er hat sich bei Schalke ganz souverän präsentiert. Seine Auftritte international waren auch gut. Er hat sich eine Berufung verdient."

Für Adler ging ein Traum in Erfüllung. "Ich freue mich riesig. Wenn ich daran denke, wo ich vor einem halben Jahr stand, kommt es mir fast vor wie im Märchen. Die Nominierung ist eine schöne Belohnung für die harte Zeit", sagte der HSV-Keeper, nachdem er am Freitagmoregn von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke informiert worden war. Er werde die Tage "genießen".

Kießling wieder nicht dabei

Vier Wochen nach dem historischen 4:4 in der WM-Qualifikation gegen Schweden setzt Löw ansonsten abgesehen von Youngster Julian Draxler (19/Schalke), der jedoch bereits zwei Länderspiele absolviert hat, auf seine bewährten Kräfte um die beiden Kapitäne Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger sowie Torjäger Miroslav Klose.

Der 34-Jährige ist im brisanten Spiel gegen den Erzrivalen erneut der einzige echte Angreifer im 22-köpfigen Aufgebot. Stefan Kießling von Bayer Leverkusen muss sich weiter in Geduld üben.

Adler gegen Holland im Tor?

Das Warten von Adler hat nach starken Leistungen beim HSV in dieser Saison dagegen ein Ende. Zuletzt stand der Keeper, der für die WM 2010 eigentlich als Nummer eins vorgesehen war, damals jedoch verletzt absagen musste, am 17. November 2010 beim Spiel gegen Schweden (0:0) im DFB-Tor. Bisher hat Adler zehn Länderspiele bestritten.

Der Bundestrainer gab dem Ex-Leverkusener den Vorzug vor Ron-Robert Zieler (23) von Hannover 96 und dem Gladbacher Marc-André ter Stegen (20), die zuletzt hinter Stammkeeper Manuel Neuer die Nummer zwei und drei gewesen waren. "Das ist eine Entscheidung für dieses Spiel, aber keine Entscheidung gegen Ron-Robert Zieler oder Marc-André ter Stegen. Die stehen natürlich weiter bei uns im Fokus", sagte Löw dazu

Am Münchner Neuer führt derzeit aber auch für Adler kein Weg vorbei. "Manuel Neuer war bei uns in den letzten zweieinhalb Jahren die Nummer eins. Da gibt es keinen Grund, etwas zu verändern", unterstrich der Bundestrainer. Dass Adler jedoch am Mittwoch in Amsterdam eine Chance erhält, wollte Löw zumindest nicht ausschließen: "Das werden wir am Montag in Ruhe besprechen, wie wir es machen.

Duo fällt aus

Verzichten muss Löw auf die derzeit angeschlagenen Sami Khedira (Real Madrid) und Holger Badstuber (Bayern München). Dafür stehen ihm die Dortmunder Mats Hummels und Ilkay Gündogan sowie Lars Bender (Leverkusen), die zuletzt bei den Qualifikationsspielen in Irland (6:1) und gegen Schweden ausgefallen waren, wieder zur Verfügung.

Mit dem peinlichen 4:4 gegen Schweden, bei dem die DFB-Auswahl einen 4:0-Vorsprung leichtfertig verspielt hatte, will sich Löw in Amsterdam nicht lange aufhalten. "Pädagogisch wäre es ein falscher Ansatz, wenn man jetzt ein oder zwei Stunden über das Schweden-Spiel reden würde. Wir lassen sicher das ein oder andere einfließen in die Vorbeitung: Was wollen wir? Was wollen wir nicht? Ich möchte aber nicht mehr zu lange zurückschauen", sagte Löw, dessen Vorgabe für die Partie gegen das Team von Louis van Gaal eindeutig ist: "Da geht es auch um viel Prestige. Wir werden ein hochintensives Spiel von unserer Seite abliefern."

Die Nationalmannschaft trifft sich am Montagnachmittag in Amsterdam. Bis zum Spiel am Mittwochabend sind zwei Trainingseinheiten geplant.

Das Aufgebot:

Tor: Manuel Neuer (Bayern München), René Adler (Hamburger SV)

Abwehr: Jerome Boateng, Philipp Lahm (beide Bayern München), Mats Hummels, Marcel Schmelzer (beide Borussia Dortmund), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Per Mertesacker (FC Arsenal), Heiko Westermann (Hamburger SV)

Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkusen), Mario Götze, Ilkay Gündogan, Marco Reus (beide Borussia Dortmund), Julian Draxler, Roman Neustädter (beide Schalke 04), Mesut Özil (Real Madrid), Toni Kroos, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger (alle Bayern München), Lukas Podolski (FC Arsenal), André Schürrle (Bayer Leverkusen)

Angriff: Miroslav Klose (Lazio Rom)

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