WM - Bierhoff: "Haben kein Führungsspielerproblem"

Nationalmannschafts-Teammanager Oliver Bierhoff sieht kein Führungsspielerproblem in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes. "War Uwe Seeler kein Führungsspieler, weil er 1966 das WM-Finale und 1970 das Halbfinale verloren hat? Das ist genauso falsch wie der Vorwurf an unsere Spieler", sagte der 44-Jährige.

Mit den sogenannten Führungsspielern, die bei diesem Thema immer als Beispiel herangezogen werden, habe ich teilweise selbst noch gespielt. Ich habe die nie gespürt und nie gehört. Das ist eine Verklärung der Vergangenheit. Wir haben heute kein Führungsspielerproblem", so Bierhoff in einem Sport1-Interview weiter.

Der EM-Held von 1996 nahm auch nochmals zur 1:2-Niederlage im Halbfinale bei der EURO 2012 in Polen und der Ukraine gegen Italien Stellung:

"Die Frage ist, warum wir nach den Gegentoren nicht reagieren konnten. Das ist ein komplexeres Problem. Daran müssen wir arbeiten. Dazu gehört natürlich, dass die Spieler in schwierigen Phasen Verantwortung übernehmen. Aber wir haben kein Persönlichkeitsproblem. Die heutigen Spieler machen das nur in einer anderen Art als vor acht oder zehn Jahren."

Klar ist Bierhoff, dass "die Ansprüche an diese tolle Generation sicher nicht geringer werden, das hat das abgelaufene Jahr gezeigt". Viermal in Folge unter die letzten Vier gekommen zu sein, reiche anscheinend nicht, so der einstige DFB-Kapitän. Bierhoff: "Aber 2014 werden die Südamerikaner auf ihr Heimspiel setzen, andere Nationen wie Frankreich oder Holland machen im Nachwuchs große Fortschritte. Wir haben uns da einen kleinen Vorsprung erarbeitet in den letzten zehn Jahren, aber die anderen holen auf. Die WM wird also weitaus schwieriger werden als die EM."

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