Welsh Open - Advani feiert gegen Murphy größten Erfolg

Für die bisher größte Überraschung bei den Welsh Open hat Pankaj Advani gesorgt: Der indischen Weltmeister im English Billiards schlug im bisher spannendsten Match in Newport Shaun Murphy mit 4:3 und erreichte damit in seiner Debüt-Saison auf der Tour zum ersten Mal das Achtelfinale eines Weltranglisten-Turnieres.

Zwar profitierte Advani davon, dass Murphy nicht seine Normalform hatte, überzeugte aber auch mit seiner Nervenstärke, seiner Präzision und seinem Lochspiel in entscheidenden Momenten.

Eine Vorentscheidung war schon gefallen, als Advani mit einer 121 als höchstem Break, einer neuen persönlichen Bestleistung in Profiturnieren, mit 3:1 in Führung gegangen war. Eine frühe Entscheidung verpasste der Inder aber, als er im fünften Frame nach 36 Punkten bei einem guten Bild eine Standard-Rote verschoss. Murphy konterte mit einer 89 und erzwang anschließend dann den Entscheidungsframe. Der war umkämpft und ohne hohe Breaks, aber Advani dominierte ihn taktisch und setzte sich so durch.

Robertson und Stevens im Gleichschritt

Neil Robertson, in der Qualifikation beim 4:3 über Duane Jones noch mit Mühe, startete mit einem sicheren 4:1 über Ian Burns in die Welsh Open. Rund lief es beim Australier allerdings nur phasenweise. So brauchte er mehr als 36 Minuten, um mit 1:0 in Führung zu gehen. Dann jedoch erhöhte er schnell mit Breaks von 76 und 51 Punkten auf 2:0. In der Folgezeit wurde das Match jedoch wieder zerfahrener, doch Robertson verlor trotz des Anschlusses durch Burns nicht die Geduld. Der fünfte Frame dauerte auch mehr als 23 Minuten, obwohl der Ex-Weltmeister ihn mit einem Break von 70 Punkten gewann.

Als erster Waliser erreichte Matthew Stevens das Achtelfinale in Newport. Der walisische Drache schlug Liang Wenbo mit 4:2. Die ersten vier Frames hatten sich die beiden geteilt. Stevens jedoch behielt immer die Nerven. Im fünften Frame holte er sich mit Breaks von 46 und 72 Punkten die Führung zurück und legte mit einer 52 im sechsten Durchgang den Grundstein zum Sieg. Stevens trifft nun auf Stephen Maguire, der Anthony Hamilton mit 4:2 schlug. Maguire schaffte in den ersten vier Frames Breaks von 89 und 100 Punkten, doch die 100 und die 41 von Hamilton führten zum 2:2. Danach verloren beide etwas den Faden, aber als der Engländer Grün bei noch 35 Punkten auf dem Tisch im sechsten Frame verschoss fiel die Entscheidung.

Higgins noch immer in der Krise

Mark Allen warf in seinem Auftaktmatch bei den Welsh Open den Berlin-Finalisten Marco Fu mit 4:2 aus dem Rennen. Mit Breaks von 41, 43 und 63 Punkten war der Nordire mit 2:0 in Führung gegangen, doch Fu kämpfte sich mit einer 61 und einer 72 zum 2:2 zurück. Allen jedoch konterte mit Breaks von 66 und 51 Punkten zum 3:2 und legte auch im sechsten Frame eine 47 vor. Fu hatte trotzdem die Chance, den Entscheidungsframe zu erzwingen, verschoss dann aber Blau.

John Higgins hat das Formtief, das er schon vor zwei Wochen in Berlin offenbarte, noch nicht überwunden. In einem Klassiker unterlag der Schotte Ken Doherty mit 1:4. Zu unpräzise war das Spiel von Higgins und damit nicht zwingend. Nachdem Doherty die ersten beiden Frames mit einem Top-Break von 37 Punkten gewonnen hatte schaffte Higgins zwar das 1:2, verpasste aber die Chance zum Ausgleich, als er Gelb verschoss. Mit Barry Hawkins blieb am zweiten Turniertag noch ein gesetzter Spieler auf der Strecke. Der Halbfinalist des German Masters unterlag Alan McManus mit 2:4

Auch Sam Baird feierte in Newport den bisher größten Erfolg seiner Karriere: An dem Ort, an dem er im Vorjahr zum ersten Mal die Endrunde eines Ranglisten-Turnieres erreicht hatte, schaffte er es nun zum ersten Mal überhaupt ins Achtelfinale. Mit einem 4:0 über Gerard Greene erledigte er die Aufgabe sogar eindrucksvoll. Entscheidend war das deutlich bessere Lochspiel von Baird, der Top-Breaks von 76 und 73 Punkten hatte.

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