Vierschanzentournee - Starker Tournee-Auftakt von Freund

Severin Freund hat gleich zum Auftakt der Vierschanzentournee seine Ambitionen auf den Gesamtsieg untermauert. Der Mitfavorit landete in Oberstdorf auf Rang drei und musste mit 290,8 Punkten nur Überraschungssieger Anders Jacobsen (Norwegen/308,6) und Titelverteidiger Gregor Schlierenzauer (Österreich/297,0) den Vortritt lassen.

Freund bescherte dem Deutschen Skiverband (DSV) damit den ersten Podiumsplatz in einem Einzelspringen der Tournee seit dem 04. Januar 2009, als Martin Schmitt Dritter in Innsbruck wurde.

"Ich bin sehr zufrieden“, meinte der 24-Jährige. "Vor zwei Jahren war ich hier Sechster, letztes Jahr Vierter. Da war das irgendwo auch mal eine logische Konsequenz."

Zu seinen Chancen in der Tournee-Gesamtwertung wollte sich der Springer vom WSV Rastbüchl nicht äußern. "Ich denke von Springen zu Springen", so Freund. "Heute hat es sensationell geklappt. Besonders der erste Sprung war sehr, sehr schön."

Starkes deutsches Teamergebnis

Routinier Michael Neumayer als Achter und Shootingstar Andreas Wellinger als Zehnter komplettierten ein gutes deutsches Team-Ergebnis. Richard Freitag belegte Rang 15. Unmittelbar hinter dem 21-Jährigen unterstrich Schmitt als 16. seine Ambitionen, auch nach Garmisch-Partenkirchen noch zum deutschen Tourneeaufgebot zu gehören. "Ich freue mich, dass ich noch einmal diese Form erreicht habe. Das war mein Ziel", meinte der Ex-Weltmeister.

Weltcup-Punkte holten auch Danny Queck als 19. und Maximilian Mechler als 25. Queck war von der Atmosphäre bei 24.500 Zuschauern an der Schattenbergschanze sichtlich beeindruckt und bezeichnete den Wettkampf als den bisher schönsten seiner Karriere. "Die zwei guten Platzierungen im Sommer (Sechster in Almaty und Hinzenbach) waren auch sehr schön. Aber hier ist das nochmal was anderes. Vor den vielen Zuschauern kriegt man nur ein Schmunzeln ins Gesicht", meinte der 23-Jährige. Von den neun DSV Startern verpassten nur Andreas Wank und Felix Schoft den Sprung in das Finale der besten 30.

Der zweite Durchgang entwickelte sich gegen Ende zum Pokerspiel der Trainer. Bei immer stärker werdendem Aufwind ließen die Coaches Alexander Pointner (Österreich), Werner Schuster (Deutschland) und Alexander Stöckl (Norwegen) freiwillig den Anlauf verkürzen, um auf Bonuspunkte für ihre Starter zu hoffen.

Morgenstern und Kofler aus dem Rennen

Obwohl er eine Windböe erwischte, setzte Jacobsen mit 139 Meter beim kürzesten Anlauf aller Finalteilnehmer die Tagesbestweite und verwies Schlierenzauer mit 11,6 Punkten Vorsprung auf Rang zwei. Freund hat bereits 17,8 Zähler Rückstand auf den Norweger. "Die Tournee ist noch lang, ich bin sehr zufrieden. Ich habe noch ein paar Reserven, das ist schön", sagte Schlierenzauer.

Dagegen haben zwei andere Mitfavoriten bereits nach dem ersten Springen alle Chancen auf den Tourneesieg verspielt. Bei schlechten Windbedingungen verpasste Turin-Olympiasieger Thomas Morgenstern den Sprung in den zweiten Durchgang und hat uneinholbaren Rückstand auf die Besten. Sein Landsmann Andreas Kofler wurde im zweiten Durchgang disqualifiziert.

Für die Athleten geht es bereits an Silvester mit der Qualifikation für Garmisch-Partenkirchen weiter. Dort steht am 01. Januar das traditionelle Neujahrsspringen auf dem Programm.

VIDEO - Die Analyse zum Tournee-Auftakt

TV-Tipp:

Vier Schanzen, zwei Länder, ein Sieger: Eurosport überträgt mit der legendären Vierschanzentournee ein absolutes Highlight des Winters live. Österreich geht mit Top-Favorit Gregor Schlierenzauer an den Start, doch die deutschen Adler haben die Krallen gewetzt und scheinen so stark wie lange nicht mehr. Das packende Duell vom 29. Dezember 2012 bis 6. Januar 2013 live auf Eurosport und Eurosport HD.

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