UK Championship - Lucas Märchen ist zu Ende

Das Märchen von Luca Brecel bei der UK Championship in York ist beendet: In einem hochklassigen und dramatischen Viertelfinale musste er sich Shaun Murphy mit 5:6 geschlagen geben. Nach dem Match aber war es der Verlierer, der vom Publikum und auch von seinem Bezwinger Murphy mit lang anhaltendem Applaus gefeiert wurde. Dabei stand der 17-jährige Belgier nur ganz knapp vor einer Sensation.

Sowohl im zehnten Frame als auch im letzten Durchgang hatte er die Chance, den Sieg perfekt zu machen, doch beide Male verstellte er sich auf Pink und verschoss dann; Murphy gewann beide Frames auf Pink.

Zuvor hatten sich die beiden ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Nie hatte ein Spieler mehr als einen Frame Vorsprung. Shaun Murphy, der mit einer 122 auch ein Century schaffte, machte zwar durchweg mehr Punkte aus seinen Chancen, aber Luca Brecel ließ sich nicht abschütteln.

Immer wieder überzeugte er mit langen Bällen und auch seine Safeties brachten Murphy ins Schwitzen. Als Brecel dank einer 64 mit 5:4 in Führung ging lag ein Sieg für ihn plötzlich im Bereich des Möglichen, doch dann folgten die beiden Dramen um Pink.

Carter als Halbfinalgegner

Im Halbfinale trifft Shaun Murphy auf Ali Carter, der sich gegen Stuart Bingham mit 6:4 durchsetzte. Bingham hatte den ersten Frame mit einer 74 gewonnen, doch nach Breaks von 134, 46 und 68 Punkten führte der Captain zur Pause mit 3:1. Diesen Vorsprung rettete er dann auch ins Ziel, nachdem beide Spieler nach der Pause die Frames immer abwechselnd gewannen.

Für den zweiten großen Thriller des Tages sorgte Mark Selby bei seinem 6:4 über Neil Robertson. Selby schien nämlich schon geschlagen, als der Australier mit einem Top-Break von 105 Punkten mit 4:0 in Führung gegangen war. Das Spiel von Selby lief in dieser Phase alles andere als rund. Aber jemanden mit so starken Nerven und einem unbeugsamem Willen wie Selby darf man nie abschreiben.

Der leitete mit einer 58 in Frame fünf die Wende ein, holte sich die nächsten beiden umkämpften Frames und glich mit einer 106 aus. Der neunte Frame dauerte etwa 50 sehr spannende Minuten, und erst mit Pink holte ihn sich der Engländer. Als Neil Robertson dann bei einem Einsteiger im zehnten Frame einen Kick bekam ließ sich Mark Selby nicht mehr vom Tisch verdrängen: Mit einer 101, seinem zweiten Century, krönte er sein Comeback und erreichte das Halbfinale.

Selby trifft auf Davis

Dort trifft er auf Mark Davis. Der erreichte durch sein 6:4 über Matthew Stevens schon zum dritten Mal in dieser Saison die Vorschlussrunde eines Ranglisten-Turnieres. Stevens erwischte mit Breaks von 81 und 52 Punkten zum 2:0 den besseren Start, aber danach war es Davis, der für die höheren Serien sorgte und damit die Kontrolle übernahm. Unter anderem spielte er Breaks von 101, 98 und 80 Punkten und ließ sich auch im umkämpften zehnten Frame den Sieg nicht mehr nehmen.

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