Transfers - "Beckham? Eine PR-Nummer!"

Der Wechsel von David Beckham zu Paris Saint-Germain war ein Transfer-Coup für die Ligue 1. Doch es gibt auch eine ganze Menge kritischer Zwischentöne. Wir haben uns mal bei unseren Kollegen im internationalen Netzwerk von Eurosport umgehört. Hier sind die Meinungen.

WIE SEHR HAT EUCH DIE VERPFLICHTUNG ÜBERRASCHT?

Benoit Vittek, Eurosport Frankreich: "Das war schon eine Überraschung, nichts deutete darauf hin. Die Verhandlungen begannen in der Nacht vor der Verpflichtung. PSG war zwar schon mal an Beckham dran, aber das verlief im Sand. Es ist schon enorm, wie schnell jetzt alles ging."

Tom Adams, Eurosport UK: "Überrascht? Es war ein Schock! Die meisten Leute in England hatten erwartet, dass er nach China oder Australien gehen würde."

Michael Wollny, Eurosport Deutschland: "Überraschung? PSG kann auf dem Transfermarkt doch niemanden mehr überraschen."

Luca Stacul, Eurosport Italien: "Überraschend war das nicht. Vielleicht war das Tempo des Deals etwas außergewöhnlich, aber sonst nicht sonderlich spektakulär."

Hussam Barakat, Eurosport Arabien: "Wir waren alle doch sehr überrascht. Es gab dazu ja keine Gerüchte oder Gespräche im Vorfeld. Wir hatten eher auf Mourinho oder Ronaldo gewartet."

Jorge Ordas, Eurosport Spanien: "Für uns war das sehr überraschend. Bei den perspektivischen Zielen von PSG scheint es absurd, einen 37-Jährigen zu verpflichten."

Igor Zelenitsyn, Eurosport Russland: "Es war schon eine Überraschung, da nichts darauf hingedeutet hatte. Erst das Bild auf Facebook hat den entscheidenden Hinweis gegeben."

Krzystof Srogosz, Eurosport Polen: "Uns hat das nicht sonderlich überrascht. Wir wussten schon im vergangenen Jahr, dass PSG an Beckham dran war."

WIE BEWERTET IHR DIESEN TRANSFER?

Benoit Vittek, Eurosport Frankreich: "Es zeigt erneut, wie ambitioniert PSG ist. Ibrahimovic und Thiago Silva sind schon da, jetzt also Becks. Es zeigt, dass PSG die besten Fußballer der Welt bekommen und daraus eine Riesenshow machen kann. Es ist auch unbedeutend, ob Beckham dem Klub sportlich helfen kann. Bedeutend ist, dass PSG dadurch wieder international in den Fokus gerückt ist."

Tom Adams, Eurosport UK: "Es ist eine riesige Herausforderung für Beckham, möglicherweise eine zu große. Wahrscheinlich geht es bei dem ganzen Deal aber ohnehin nur um Geld und Prestige."

Michael Wollny, Eurosport Deutschland: "Der Beckham-Deal müsste bei PSG im Bilanzposten 'Werbung und PR' ausgewiesen werden, nicht unter 'Transfers'. Die Verpflichtung ist einerseits ein smarter PR-Coup, andererseits kauft sich das PSG-Projekt durch Becks und das gespendete Gehalt frische Sympathiewerte. Und die sind auch nötig."

Luca Stacul, Eurosport Italien: "Es geht um Geld. Ok, Becks spendet sein Gehalt für wohltätige Zwecke. Aber grundsätzlich geht es bei dem Deal nur darum, die Marke PSG zu verkaufen und in Szene zu setzen."

Hussam Barakat, Eurosport Arabien: "In der arabischen Welt wird Beckham eher als Modell denn als Fußballer wahrgenommen. Insofern passt er schon ganz gut nach Paris. Andererseits hat er immer noch einen großen Namen und ist ein guter Freistoßschütze. Von beidem wird PSG profitieren."

Jorge Ordas, Eurosport Spanien: "In erster Linie ist das wohl eine PR-Nummer und ein Glücksfall für die Merchandising-Abteilung."

Igor Zelenitsyn, Eurosport Russland: "Jeder Transfer eines Fußball-Stars sorgt für Aufsehen. Das gilt natürlich auch für die PSG-Nummer mit Beckham."

Krzystof Srogosz, Eurosport Polen: "Erstmal ziehen wir den Hut, dass er sein Gehalt spendet. Ansonsten sorgt der Transfer in Polen nicht für sonderliches Aufsehen. Für uns war der Salamon-Deal mit Milan spannender."

WOFÜR STEHT BECKHAM MITTLERWEILE?

Benoit Vittek, Eurosport Frankreich: "Sportlich wissen wir nicht, wo er steht. Er selbst erhebt ja keinen Anspruch auf die Startelf. Es kommt ohnehin auf die Bedeutung abseits des Feldes an. Beckham ist mit seinem Image ein großartiger Botschafter für PSG. Dadurch werden Menschen angesprochen, die mit PSG bis dato nichts am Hut hatten."

Tom Adams, Eurosport UK: "Heute ist Beckham mehr ein Medien-Phänomen und Marketing-Werkzeug als ein Spieler. Dennoch kann man eines niemals in Frage stellen: seine Leidenschaft für den Fußball und seine Professionalität. Man sollte seine gallige Sieger-Mentalität nicht unterschätzen."

Michael Wollny, Eurosport Deutschland: "Seine Zeit ist vorbei. Becks verkörpert eine aussterbende Generation von echten Straßenkickern. Für mich war er ein großer Fußballer, wenn auch keine Weltklasse. Was mir eher imponiert ist seine Bodenständigkeit, sein sympathisches Naturell und seine Unverdorbenheit. Dass man ihn immer nur auf die Rolle des Poster-Boys reduziert, wird ihm nicht gerecht."

Luca Stacul, Eurosport Italien: "Beckham ist ein hervorragender Geschäftsmann, hat aber immer noch viel Klasse in seinem rechten Fuß."

Hussam Barakat, Eurosport Arabien: "Beckham wird auf diese PSG-Mannschaft keinen großen sportlichen Einfluss haben. Für PSG ist es aber ein kluger Schachzug, um weltweit Aufmerksamkeit zu bekommen."

Jorge Ordas, Eurosport Spanien: "Früher war er ein bedeutender Spieler, auch hier bei uns für Real Madrid. Ich glaube aber nicht, dass er an diese Leistungen anknüpfen kann."

Igor Zelenitsyn, Eurosport Russland: "Für mich ist Beckham mittlerweile eher eine Lifestyle-Ikone als ein Fußballer. Das bestätigt auch die Spende des Gehalts."

Krzystof Srogosz. Eurosport Polen: "Er ist eine große Nummer im Weltfußball, jedes Kind kennt ihn. Vielleicht scheint ja noch mal etwas von seiner alten Klasse durch."

WAS SAGT DER DEAL ÜBER DIE SPORTLICHEN AMBITIONEN VON PSG AUS?

Benoit Vittek, Eurosport Frankreich: "Es zeigt, wie mächtig und ambitioniert PSG ist. QSI (Qatar Sports Investment) hat Ziele abseits des Spielfeldes und Beckham ist dabei ein wichtiger Baustein. PSG soll auch ein Edel-Klub abseits des sportlichen Geschehens werden. Mit Beckham kommt man diesem Ziel einen großen Schritt näher."

Tom Adams, Eurosport UK: "Das sagt gar nichts aus. Hier und da wird er Einsätze bekommen. In erster Linie geht es PSG aber wohl nur um die Botschaft, dass sie jeden Spieler auf dieser Welt verpflichten können."

Michael Wollny, Eurosport Deutschland: "Gar nichts. Die Verpflichtung eines 37-Jährigen ist nicht gerade eine Investition für die Zukunft. Wenn es eine gemeinsame Zukunft mit Becks und PSG geben sollte, dann wird diese erst nach der sportlichen Gegenwart beginnen, in welcher Form auch immer."

Luca Stacul, Eurosport Italien: "Das hat keinen Einfluss auf dem Platz."

Hussam Barakat, Eurosport Arabien: "Im Alter von 37 Jahren kann er nicht mehr Vollgas geben. Aber den jungen Spielern dient er sicherlich als Vorbild."

Jorge Ordas, Eurosport Spanien: "Wenig. PSG benötigt ihn aus sportlicher Sicht auch gar nicht, sondern nur zur medienwirksamen Vermarktung."

Igor Zelenitsyn, Eurosport Russland: "Beckham wird nicht gerade die Meisterschaft für PSG entscheiden. Mal ehrlich: sollte ein 37-Jähriger PSG entscheidend zum Titel führen, dann sagt das schon alles über die Ligue 1 aus. Für jeden Klub ist er aber ein enormer Prestige-Gewinn."

Krzystof Srogosz. Eurosport Polen: "Uns beeindruckt die Finanzkraft des Klubs! Das Geld der Scheichs ist eine tolle Chance, aber es erhöht auch den Druck auf das Team: Titel müssen her."

VIDEO - Beckham-Mania unterm Eiffel-Turm

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