Tour de Ski - Behle bemängelt fehlenden Zusammenhalt

Der frühere Skilanglauf-Bundestrainer Jochen Behle hat kurz vor dem Start der Tour de Ski den fehlenden Zusammenhalt im deutschen Lager kritisiert. "Unter Team stelle ich mir etwas anderes vor", sagte Behle der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der 52-Jährige bemängelt, dass sich die starken deutschen Athleten in unterschiedlichen Trainingsgruppen auf die Wettkämpfe vorbereiten.

"Das ist für mich ein Unding. Die Konkurrenz im Team ist doch unsere Stärke gewesen", sagte der sechsmalige Olympiateilnehmer.

Im Grunde würde sein Nachfolger Frank Ullrich in Axel Teichmann und Jens Filbrich nur Läufer trainieren, die er schon im vergangenen Jahr hatte. "Damals war ich auch nicht mit dem Ergebnis zufrieden", sagte Behle, der im März 2012 seinen Rücktritt als Bundestrainer erklärt hatte: "Ich hätte einiges anders gemacht, als es jetzt gemacht wird. Weil das nicht mehr möglich war, habe ich meine Konsequenzen gezogen."

Mangel an Talenten

Ebenso verwies der gebürtige Korbacher erneut auf den Mangel an Talenten, vor allem bei den Frauen. "Da werden wir in der Zukunft richtige Probleme bekommen. Da muss man schon auf den jüngeren Juniorenbereich hoffen. Von denen im U-23-Bereich ist keine dabei, die sich mal richtig in Szene setzen könnte - mit Ausnahme von Hanna Kolb im Sprint", sagte er. Zuletzt in Canmore reichte es für die 21-jährige Kolb in ihrer Paradedisziplin allerdings nur zu einem 17. Platz.

Bei der am Samstag in Oberhof beginnenden Tour de Ski ist Behle, der als Sportdirektor für alle nordischen Disziplinen am länderübergreifenden Stützpunkt Willingen/Winterberg für Hessen und Westdeutschland arbeitet, als TV-Experte für "Eurosport" im Einsatz.

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen