Testspiele - Gomez: Gelassenheit beim Bankdrücken

Mario Gomez kennt das Geschäft Profi-Fußball inzwischen seit vielen Jahren. Trotz seiner Vielzahl an Toren ist der Stürmer immer noch einer der am häufigsten kritisierten Angreifer. Aufgrund der außerordentlich guten Leistungen seines Arbeitgebers FC Bayern, muss er sich gegenwärtig mit einem Platz auf der Bank abfinden. Gomez versteht das - sagt er - und freut sich auf Frankreich.

Die obligatorische Pressekonferenz des DFB vor dem Länderspiel gegen Frankreich am Mittwoch (ab 21:00 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de) lief bereits und Manager Oliver Bierhoff beantwortete fleißig Fragen, als Mario Gomez das Podium betrat und im Scheinwerferlicht Platz nahm.

Der Stürmer von Ligaprimus FC Bayern ist derzeit nur Ersatz beim Tabellenführer. Doch Gomez wirkt entspannt, von Beginn an lächelt er freundlich. Noch bevor die anwesenden Journalisten die Fragerunde mit ihm eröffnen, scheint es, als würde der 27-Jährige seine Antworten bereits in Gedanken durchspielen. Nichts, so scheint es, kann Gomez noch überraschen.

Immerwährende Fragen nerven

Schon gar nicht Fragen nach seiner aktuellen Situation im Verein, mit der Versetzung auf die Ersatzbank und der daraus für ihn resultierenden Bedeutung der Nationalmannschaft. Denn, dass ihn seine offensichtlich unbefriedigende Situation im Verein allzu sehr belastet, wischt er mit wenigen und wohl gewählten Worten vom Tisch. Natürlich freue er sich sehr über seine Rückkehr zur Nationalmannschaft nach mehr als sieben Monaten, aber es sei keineswegs so, dass sie "ein Wohlfühlbecken" für ihn sei.

"Ich fühle mich auch im Verein sehr, sehr wohl. Ich komme aus vier Monaten Verletzungspause und die Mannschaft spielt derzeit hervorragend. Ich kann das alles sehr gut einschätzen", sagt er.

Das wichtige Gespür für den Moment

Ab und an wirkt Gomez sehr abgeklärt, cool, fast arrogant. Doch wer ihn genauer beobachtet und ihm aufmerksam zuhört, merkt schnell, dass er im Grunde nur freundlich ist - vielleicht ein wenig irritiert. Zu sehr nerven ihn die immer wiederkehrenden Fragen, nach den immer gleichen Mustern.

Gomez hat aus den zurückliegenden Jahren eine Menge Selbstvertrauen mitgenommen. So lässt er sich von der schreibenden Zunft gar nicht erst in die "Alle sind gemein zu mir - ich fühle mich missverstanden"-Ecke drängen. Gomez geht aus Rückschlägen gestärkt hervor, besitzt ein gutes Gespür für den Moment. "Ich weiß genau was ich kann, dass ich gebraucht werde und dass ich in Zukunft noch wichtig werde. Was soll der Trainer denn machen? Soll er riskieren mich zurückzuholen und dann läuft es vielleicht nicht?", dreht er den Spieß um und blickt mit einem Schmunzeln fragend in die Runde.

Gomez will kein Stinkstiefel sein

Das einzige was er wolle, ist Meister zu werden. "Und das einzige, was uns noch daran hindern kann, sind wir selbst." Er werde "einen Teufel tun" und "einen Teil dazu beizutragen". Gomez bekräftigt: "Ich werde alles für die Mannschaft tun."

Die Medien kennt Gomez genau. Und deshalb spricht er sie direkt an, so wie er es immer tut, wenn er gewisse Tendenzen ausmacht. So würden die Medien von außen versuchen, "eine Stimmung reinzubringen, dass die Mannschaft gespalten ist. Aber das ist null der Fall."

Am Ende ist Gomez' Feststellung wieder einmal als Fingerzeig zu verstehen, wenn er entspannt sagt: "Ich fühle mich gut. Es ist eine ganze Zeit her, dass ich hier das letzte Mal dabei war. So wie es aussieht, werde ich gegen Frankreich spielen und ich freue mich darauf." Gomez wirkt aufgeräumt und zuversichtlich, denn er ist sich sicher, dass "oft der Kopf entscheidend ist und nicht der Rhythmus". Das hat Gomez selbst schon mehrfach bewiesen.

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