Tennis - Federer fordert schnellere Beläge

Nicht das erste Mal haben ihn 2012 seine drei größten Konkurrenten Novak Djokovic, Andy Murray und Rafael Nadal mit ihren so starken Verteidigungsqualitäten wiederholt in Schach halten können. Jetzt hat er genug vom Defensivspiel! Roger Federer will die Geschwindigkeit im Tennis endlich erhöht haben.

Und er hat auch seine konkrete Vorstellung, wie: "Es ist eine einfache Rechnung. Macht die Plätze schneller, dann ist es schwieriger zu verteidigen", sagte er kürzlich gegenüber den Medien. "Angriffsstil ist wichtiger. Es ist nur auf diesen langsamen Plätzen möglich, dass man so verteidigen kann, wie wir das alle derzeit machen."

"Nicht versuchen, alles gleich zu machen"

Federer will dies aber keineswegs als Plädoyer für ausschließlich schnelle Beläge verstanden haben. Der Schweizer betonte zwar, etwa mit dem Hardcourt bei den ATP World Tour Finals in der Londoner O2-Arena sehr glücklich gewesen zu sein, weil er einer der schnelleren in der Halle wäre. Langsame Plätze wären natürlich für die vom Publikum gerne gesehenen längeren Ballwechsel gut, doch etwas mehr Variation in den Belägen würde die Spieler dazu zwingen, zu lernen, aggressiver zu sein. "Das wäre nett, ein bisschen wirklich Langsames und dann ein bisschen wirklich Schnelles, statt zu versuchen, alles mehr oder weniger gleich zu machen."

"Was man nicht will, ist, dass du 15 großartige Schläge machst und am Ende mündet es doch in einen Fehler", führte der 17-fache Grand-Slam-Gewinner seine Überlegungen weiter aus. "Ich denke, dass schnellere Plätze der Sache dienen würden. Ich denke, es würde manchmal helfen, sich etwas ein wenig Schnellerem zuzuwenden. Das würde dabei helfen, zu lernen – und zwar im Falle von vielen unterschiedlichen Spielern, unterschiedlichen Spielstilen – zu realisieren, dass es eine gute Sache ist, zum Netz zu kommen, das ist keine schlechte Sache."

"Die Top-Leute werden geschützt"

Federer geht mit seinen Gedanken noch weiter: Mehr Turniere auf schnelleren Courts könnten es anderen Spielern leichter machen, die "Top Vier" zu fordern. Mit der Herangehensweise, die Beläge so ähnlich wie möglich zu halten, "schützt man die Top-Leute irgendwo wirklich, weil man damit derzeit die besten Chancen hat, sie im Semifinale zu haben, denke ich. Aber sollte das das Ziel sein? Ich bin mir nicht sicher." Federer meinte, er sei sich daher auch nicht sicher, ob die Turnierveranstalter an schnelleren Belägen Gefallen finden würden. Wieviel Zustimmung Federer unter seinen Kollegen für seine Vorschläge genießt, lässt sich schwer beurteilen. Die Unterstützung von Mardy Fish wäre ihm auf jeden Fall gewiss. Der einzige Kommentar des US-Amerikaners auf Twitter zu Federers Vorstoß: "Amen!"

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