Olympische Spiele - Tag 12: Nullnummern und Medaillengaranten

Schicke Deutsche im Finale los und am Ende steht eine Medaille: So einfach ging das leider nur bei den Kanuten am 12. Olympia-Tag. Vier Endläufe, viermal Edelmetall, so die grandiose Bilanz auf dem Dorney Lake. Andere Disziplinen mussten da mit Nullnummern und Katastrophen klarkommen.

Kanu: Siebtes Gold durch Canadier-Fahrer Sebastian Brendel, dazu noch Silber und zweimal Bronze: Die Kanuten haben die Erwartungen des deutschen Olympia-Teams in London am ersten Final-Tag auf dem Dorney Lake erfüllt.

Brendel fuhr der Konkurrenz in Eton auf und davon, der ebenfalls auf Gold programmierte Kajak-Vierer der Frauen musste mit Silber zufrieden sein. Damit riss die olympische Gold-Serie für Deutschland in dieser Bootsklasse nach 16 Jahren. Dritte Plätze für Max Hoff im Einer-Kajak sowie Martin Hollstein und Andreas Ihle im Zweier rundeten das erfolgreiche Abschneiden der Kanuten ab.

Tischtennis: Dritter wurde am zwölften Wettkampftag der Spiele auch das Tischtennis-Trio Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Bastian Steger, das mit dem 3:1 im kleinen Finale gegen Hongkong die zehnte Bronzemedaille für das deutsche Team beisteuerte.

Volleyball: Nicht mehr im Medaillenrennen sind hingegen die DVV-Männer - im Viertelfinale kam am späten Abend das unerwartet klare Aus gegen Bulgarien. Rang fünf ist aber dennoch aller Ehren wert.

Leichtathletik: Zehnkampf-Europameister Pascal Behrenbruch ist weit von einer Medaille entfernt. Mit 4108 Punkten lag er nach fünf Disziplinen als 15. bereits 553 Punkte hinter dem souverän führenden Weltrekordler Ashton Eaton aus den USA zurück und sprach selbst von einer "absoluten Katastrophe". Bester Deutscher war Rico Freimuth auf Rang neun mit 4206 Zählern. Auch Speerwurf-Weltmeister Matthias de Zordo erlebte einen ganz bitteren Tag: In der Qualifikation gelang ihm kein gültiger Wurf.

Dreimal Gold bei vier Entscheidungen holten die USA, einzige Ausnahme: Olympiasiegerin über 400 Meter Hürden wurde die Russin Natalja Antjuch in 52,70 Sekunden. Die übrigen Siege holten Aries Merritt in 12,92 Sekunden über 110 Meter Hürden, Brittney Reese mit 7,12 Meter im Weitsprung und über 200 Meter Allyson Felix in 21,88 Sekunden. Die Top-Favoriten Usain Bolt und Yohan Blake erreichten leicht und locker den Endlauf über die lange Sprintstrecke.

In den Vorkämpfen überzeugte das deutsche Stabhochsprung-Trio. Malte Mohr, Raphael Holzdeppe und der EM-Zweite Björn Otto überstanden die Qualifikation ohne Probleme. Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler genügte ein Versuch zum Einzug ins Olympia-Finale. Dagegen konnte sich Arne Gabius seinen Wunsch vom 5000-Meter-Finale nicht erfüllen.

Springreiten: Nach der Pleite im Mannschaftsettbewerb kam auch in der Einzelkonkurrenz kein Spitzenplatz für die Sprinreiter hinzu. Marcus Ehning ritt in der olympischen Einzel-Entscheidung klar an einer Medaille vorbei. Mit neun Fehlerpunkten reichte es für den 38-Jährigen mit Plot Blue nur zu Rang zwölf. Meredith Michaels-Beerbaum schied mit Bella Donna schon in Runde eins aus. Olympiasieger wurde der Schweizer Steve Guerdat.

Segeln: Auch Deutschlands Segler kehren ohne Medaillen zurück. Auch das 470er-Duo Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher konnte sich im letzten Rennen vor dem Finale keine Medaillenchance mehr erkämpfen. Zuletzt hatte es vor acht Jahren in Athen eine deutsche Nullnummer gegeben.

Hockey: Die deutschen Hockey-Damen beendeten Olympia auf Platz sieben. Gegen Südkorea gelang mit dem verdienten 4:1 ein versöhnlicher Turnierabschluss.

Ringerin Alexandra Engelhardt und Sümeyye Manz im Taekwondo konnten nicht in den Medaillenkampf eingreifen. Für das Halbfinale vom Turm qualifizierten sich die Wasserspringerinnen Christin Steuer und Maria Kurjo.

Nach 214 Entscheidungen in London machte die deutsche Mannschaft in der Länderwertung einen Platz gut und belegte mit siebenmal Gold, 15 Mal Silber und zehnmal Bronze Rang sieben. Bei insgesamt 32 Plaketten fehlen nur noch neun, um die Gesamtzahl von Peking 2008 zu erreichen. China (36-22-19) lag im Medaillenspiegel weiter vor den USA (34-22-25), die den Rückstand durch das dritte Beachvolleyball-Gold in Serie von Misty May-Treanor/Kerri Walsh (Bild) weiter verkürzten.

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