SuperBowl - Bruder-Duell sorgt für Historisches

Jack und Jackie Harbaugh hatten den Saal voll im Griff. Da, wo normalerweise die wichtigsten Football-Spieler und Trainer von den Journalisten in die Mangel genommen werden, gab das rüstige Ehepaar deutlich den Ton an. "Weeeeeer hat es besser als wir?", rief Jack in die überraschte Meute. "Nieeeeeemaaand!", erwiderte Jackie und gab sich erst zufrieden, als alle mitriefen.

Jack und Jackie, beide in den Siebzigern, sind die Eltern von John und Jim Harbaugh. Die Trainer der San Francisco 49ers (Jim) und Baltimore Ravens (John) werden im Super Bowl der amerikanischen Profiliga NFL in der Nacht zum Montag mit dem ersten Bruderduell an der Seitenlinie Geschichte schreiben.

Für die US-Medien sind Jack, Jackie, John, Jim, und auch Tochter Joani, freilich ein gefundenes Fressen.

Längst ist der Super Bowl der "Bro-Bowl oder "Har-Bowl", US-Kolumnist Steve Politi twitterte schon nach den Conference-Finals: "Hi, ist da Jack Harbaugh? Ja, hier sind die Medien - alle 10.000 von uns. Können wir vorbeikommen und eure Familienalben sehen?"

Warum gibt es kein Unentschieden?

Die Brüder spielen den Zweikampf, der früher nur im Kinderzimmer stattfand, herunter. "Ich denke, es wird schon ein bisschen emotionaler sein", sagte John: "Nach dem Spiel können wir dazu mehr sagen." Die vor Stolz platzende Mutter Jackie hatte schon in der vergangenen Wochen eine Regeländerung angeregt. "Ich finde, wenn es am Ende unentschieden steht, sollte es einfach so bleiben."

Ein Team aber muss im Superdome von New Orleans gewinnen. Wer, darüber streiten sich naturgemäß Millionen Experten rund um die Welt. Für den Sportwettenanbieter bwin sind die 49ers mit einer Quote von 16:10 der Favorit im Duell gegen den 2000er-Champion aus dem Bundesstaat Maryland (24:10).

Super Bowl wichtiger als Obama

San Francisco will mit aller Macht an die erfolgreiche Zeit der eigenen Legenden aus den 1980er und 90er Jahren anknüpfen und vertraut beim Griff nach dem sechsten Titel auf Quarterback-Shootingstar Colin Kaerpernick, der auf dem besten Weg ist, einen neuen, laufintensiveren Stil der Spielmacher populär zu machen - Baltimores Linebacker-Legende Ray Lewis wird im letzten Spiel seiner Karriere alles dafür tun, damit Kaerpernick so selten wie möglich auf den Beinen steht.

Fast ein Politikum ist der Auftritt von Pop-Diva Beyoncé Knowles. Die 31-Jährige erklärte zuletzt, dass sie "absolut live" singen wird, wenn sie in der legendären Halbzeit-Show auftritt. "Ich bin geboren, um live zu singen", sagte sie. Wegen des NFL-Finales hatte sogar der Präsident das Nachsehen. Bei der Amtseinführung von Barack Obama am 21. Januar kam Beyoncés Stimme vom Band - sie konnte sich vorher nicht ausreichend vorbereiten, "ich musste für den Super Bowl üben", sagte sie.

600 Millionen Hühnchen müssen dran glauben

Das Popsternchen wird auch in diesem Jahr dafür sorgen, dass in der Spielpause noch mehr als die für das eigentliche Spiel erwarteten 180 Millionen Zuschauer den Fernseher einschalten. Entsprechend teuer sind die Werbespots während des Weltereignisses: 30 Sekunden kosten die rund 30 Marken umgerechnet 2,7 Millionen Euro.

Teurer kommt der Super Bowl nur die unschuldigen Hühnchen zu stehen. Das "National Chicken Council", frei übersetzt der Rat der Hühnchen, versprach für das Wochenende 1,2 Milliarden (!) Chicken Wings - vier Stück für jeden US-Bürger.

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