Bolt-Show mit Staffelgold und Weltrekord

Superstar Usain Bolt hat seine dritte Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in London gewonnen und damit seinen Dreifach-Erfolg von 2008 wiederholt. Mit der jamaikanischen 4 x 100-Meter-Staffel triumphierte der Sprintstar in der Weltrekordzeit von 36,84 Sekunden.

Nach dem Double über 100 und 200 Meter war Bolt auch mit dem Jamaika-Express nicht zu stoppen. Mit seinem dritten Sprint-Gold von London hat der schnellste Mann der Welt in der Hitliste der erfolgreichsten Olympia-Leichtathleten einen großen Sprung gemacht. Bereits vor vier Jahren in Peking hatte er einen Dreifach-Triumph gefeiert.

"Es ist immer eine wunderbare Sache, so aufzuhören. Das ist ein tolles Gefühl. Es waren großartige Olympische Spiele, und ich bin glücklich", sagte Bolt und räumte ein, dass er gern noch schneller gelaufen wäre.

Auch ohne Ex-Weltrekordler Asafa Powell, der sich im 100-Meter-Finale verletzt hatte, ließen die vier Jamaikaner der Konkurrenz nicht die Spur einer Chance. Im Vorlauf hatte sich Bolt noch geschont, seine Teamkollegen waren auch ohne ihn in 37,39 Sekunden ins Finale gestürmt.

Zweikampf mit US-Staffel

Als Bolt mit Handschuhen und Pudelmütze ins Stadion schlenderte, waren die 80.000 Zuschauer im Olympiastadion schon heiß auf seine Show. Noch kurz vor dem Startschuss posierte Bolt für die Fans auf der Tartanbahn wie ein Bodybuilder und präsentierte stolz seinen mächtigen Bizeps.

Dann machten Nesta Carter, Michael Frater, Yohan Blake und Bolt richtig Dampf. Die goldene WM-Staffel von Daegu ließ der Konkurrenz auch in London keine Chance: Das US-Quartett mit Trell Kimmons, Justin Gatlin, Tyson Gay und Schlussmann Ryan Bailey musste sich trotz eines fulminanten Starts geschlagen geben und kam nach 37,04 Sekunden ins Ziel - das war exakt die bisherige Weltrekordzeit der Jamaikaner von der WM 2011 in Daegu.

Hinter den beiden führenden Sprintnationen konnte sich Trinidad und Tobago in 38,12 Sekunden über Bronze freuen, weil die eigentlich auf Rang drei gelandeten Kanadier disqualifiziert wurden. Die kurzzeitigen Diskussionen im Ziel schienen auch Bolt und seinen Mitstreitern für kurze Zeit nicht ganz geheuer, ehe sie doch unbeschwert auf der Ehrenrunde feierten - mit Bolt im Mittelpunkt.

Dreimal Gold wie 2008 in Peking - der bekannteste Exportschlager der Karibik-Insel hat als sechsmaliger Olympiasieger nur noch ein Trio vor sich: Den Finnen Paavo Nurmi (9 x Gold zwischen 1920 - 1928), den Amerikaner Carl Lewis (9 x Gold zwischen 1984 - 1996) und dessen Landsmann Ray C. Ewry (8 x Gold zwischen 1900 - 1908). Bolt liegt in dieser Rangliste auf Platz vier.

Bolt will "noch Spaß haben"

"Ich bin nun eine Legende, ich bin auch der größte lebende Athlet", tönte Bolt nach seinem Sieg über 200 Meter. Doch am Ende seines Läufer-Lateins ist der schnellste Mann der Welt noch lange nicht: Auch in London wackelten die Weltrekorde - wenn Bolt ernst gemacht hätte, wären sie gefallen.

"Ich bin aber noch nicht bereit zurückzutreten. Für den Rest Saison will ich noch Spaß haben. Denn was ich mir für London vorgenommen habe, ist erledigt", hatte der große Star der London-Spiele schon vor dem Staffel-Showdown erklärt.

Und auch nach seinen zweiten Spielen ist das Jahr für den Sport-Millionär noch nicht beendet. Denn Spaß hat Bolt nicht nur in seinem Club in Kingston, sondern auch auf der Bahn. Mit rund 300 000 Dollar locken die Organisatoren internationaler Meetings den Superstar in die Stadien. Bei den nacholympischen Diamond-League-Meetings in Lausanne (23. August), Zürich (30. August) und in Brüssel (7. September) werden die Stadien wieder voll sein.

Gold für US-Damen

In der drittbesten jemals gelaufenen Zeit hat die US-amerikanische 4 x 400-Meter-Staffel der Frauen olympisches Gold gewonnen. Mit 400 Meter-Olympiasiegerin Sanya Richards-Ross als Schlussläuferin rannte das US-Quartett am Samstag in London in 3:16,87 Minuten zur Goldmedaille. Silber ging an Russland in 3:20,23 Minuten vor der Staffel aus Jamaika, die in 3:20,95 Minuten ins Ziel kam.

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