Skispringen - Schlierenzauer mit Rekord: "Bin Legende"

Gregor Schlierenzauer hat sich mit seinem 47. und 48. Sieg zum erfolgreichsten Skispringer der Weltcupgeschichte aufgeschwungen. Durch seinen Triumph beim Skifliegen in Harrachov/Tschechien überflügelte der Vierschanzentournee-Gewinner aus Österreich den Finnen Matti Nykänen (46 Weltcupsiege). Der 23-jährige Schlierenzauer flog am berüchtigten Teufelsberg auf 193,5 bzw. 211,0 Meter.

Gregor Schlierenzauer wurde endgültig zur Skisprung-Legende, für das deutsche Rumpfteam reichte es nur zu durchwachsenen Ergebnissen:

Während der österreichische Überflieger mit seinem Siegen Nummer 47 und 48 zum erfolgreichsten Athleten der Weltcupgeschichte avancierte, mussten sich die DSV-Adler bei den beiden Skifliegen in Harrachov/Tschechien mit deutlich weniger begnügen.

Bei den nervenaufreibenden Windlotterien am Teufelsberg war der siebte Platz von Michael Neumayer noch das beste Ergebnis.

"Bin eine Legende"

"Ich glaube, ich darf es jetzt sagen: Ich bin eine Legende. Es ist schon unglaublich, was im Moment mit mir passiert", sagte Schlierenzauer. Durch seine Triumphe zog der Vierschanzentournee-Gewinner am großen Finnen Matti Nykänen (46 Siege) vorbei und ist nun alleiniger Rekordhalter.

"Er wird den Rekord noch höher schrauben - auf 60 oder 70 Siege, wo mit hundertprozentiger Sicherheit niemand mehr rankommt", sagte Deutschlands Skisprung-Superstar des vergangenen Jahrzehnts Sven Hannawald gegenüber eurosport.yahoo.de. "Sowas wird es nicht mehr geben, weil Schlierenzauer seine Zeit schon genutzt hat, als er fast noch ein Kind war."

"Es fühlt sich extrem alt an, aber auch extrem cool", sagte der 23-jährige Schlierenzauer, der bei schwierigsten Verhältnissen gleich zwei Siege an einem Tag einfuhr.

Am Morgen ging das vom Vortag verlegte Fliegen in zwei Durchgängen über die Bühne, am Nachmittag brach die Jury den Wettbewerb nach einer Durchgang ab - es wurde einfach zu gefährlich. "Es war für alle Springer ein schwerer langer Tag", sagte Bundestrainer Werner Schuster. Neumayer sorgte mit den Plätzen sieben und 14 für den einzigen kleinen Lichtblick im Lager der DSV-Adler.

"Ich habe nicht den Killerinstinkt draußen gehabt, an der Kante war es gut. Viel mehr war bei diesen schwierigen Verhältnissen auch nicht drin. Ich bin nicht unzufrieden", sagte Neumayer, der in der Vorwoche beim Skifliegen in Vikersund/Norwegen noch auf Platz zwei landete.

Talente bewähren sich

Die deutschen Vorflieger Severin Freund, Richard Freitag, Andreas Wellinger und Martin Schmitt fehlten in Tschechien und trainierten stattdessen im italienischen Predazzo für die Nordische Ski-WM in Val di Fiemme (20. Februar bis 3. März). "Es war eine Möglichkeit, Luft zu holen und das Material zu testen. Die haben sie genutzt", sagte Schuster: "Jetzt kommen anstrengende Tage auf uns zu."

Marinus Kraus als 19. und Felix Schoft auf Rang 24 konnten bei schwierigsten Bedingungen in Harrachov im Ansatz überzeugen. Im ersten Wettkampf hatte das Duo noch klar den zweiten Durchgang verpasst. Maximilian Mechler beendete die Wettkämpfe auf den Rängen 20 und 25. Andreas Wank (172,5/40.) hatte zunächst den Finaldurchgang verfehlt und landete auch am Nachmittag nur auf dem enttäuschenden Platz 37.

Gregor Schlierenzauer, der Überflieger der Szene, war derweil in bester Partylaune, schließlich baute er auch seine Führung im Gesamtweltcup aus. "Das war schon ein Meilenstein. Die Rückreise werden wir jetzt auch zum feiern nutzen", sagte der Tiroler. Übertreiben wolle er es aber nicht, schließlich will der Team-Olympiasieger in etwas mehr als zwei Wochen auch bei der WM in Italien wieder allen davonfliegen.

Die Skispringer mit den meisten Weltcupsiegen:

1. Gregor Schlierenzauer (Österreich) 47

2. Matti Nykänen (Finnland) 46

3. Adam Malysz (Polen) 39

4. Janne Ahonen (Finnland) 36

5. Jens Weißflog (Deutschland) 33

6. Martin Schmitt (Deutschland) 28

7. Andreas Felder (Österreich) 25

8. Thomas Morgenstern (Österreich) 22

9. Simon Ammann (Schweiz) 20

Andreas Goldberger (Österreich) 20

11. Sven Hannawald (Deutschland) 18

...

20. Dieter Thoma (Deutschland) 12

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen