Ski-WM - Gold: Worley deklassiert Konkurrenz

Maria Höfl-Riesch und Viktoria Rebensburg haben die erhoffte Medaille beim WM-Riesenslalom in Schladming verpasst. Kombinations-Weltmeisterin Höfl-Riesch belegte beim Sieg der Französin Tessa Worley als beste Deutsche Platz neun. Worley setzte sich mit einem Vorsprung von 1,12 Sekunden auf Titelverteidigerin Tina Maze (Slowenien) durch. Dritte wurde Anna Fenninger aus Österreich (+1,18).

Olympiasiegerin Rebensburg, die nach einem Trainingssturz am Dienstag mit einer schmerzhaften Rippenprellung fuhr, kam bei strahlendem Sonnenschein auf der Planai auf Rang elf. "Im Unterbewusstsein behindert einen der Sturz vielleicht schon etwas", so die 23-Jährige. "Aber es war nicht ausschlaggebend."

Dass sie sich unmittelbar nach Überquerung der Ziellinie mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Rücken gefasst hatte, spielte Rebensburg selbst etwas herunter. "Ich habe kurz vor dem Ziel leider einen Schlag erwischt, der mir in den Rücken gezogen ist. Aber während der Fahrt hat es mich nicht weiter behindert. Es hat heute nicht sollen sein. Aber das Leben geht weiter und beim nächsten Mal wird es wieder besser", sagte die Kreutherin.

Höfl-Riesch: "Da trennt sich die Spreu vom Weizen"

Durchaus zufrieden mit ihrer Vorstellung zeigte sich Höfl-Riesch, die im zweiten Durchgang noch mit der sechstbesten Laufzeit von Zwischenrang 14 nach vorne fuhr. "Im zweiten Lauf hatte ich jetzt gar nichts mehr zu verlieren. Im ersten zwar auch nicht, aber da hofft man ja doch irgendwie. Aber im zweiten konnte ich jetzt unbeschwert drauflos fahren", sagte die Doppel-Olympiasiegerin.

Für den anspruchsvollen Hang hatte die Weltmeisterin in der Super-Kombination nur Lob übrig. "Die Piste ist absolut weltmeisterlich. Das ist das Schwerste, was uns diese Saison geboten wurde. Da trennt sich heute die Spreu vom Weizen", so die Partenkirchenerin. Veronique Hronek wurde 17. Lena Dürr trat nach Rang 40 im ersten Lauf zum Finale nicht mehr an.

Der Riesenslalom war das einzige Damenrennen, das auf der Herrenstrecke mit ihrem steilen und eisigen Zielhang gefahren wurde. Das kam vor allem der neuen Titelträgerin Worley entgegen, die eine Spezialistin für diese Art von Pisten ist.

Worley: "Ein Traum ist wahr geworden"

"Ich habe gewusst, dass mir dieser Hang liegt. Ich wollte aber nicht zu viel pushen", freute sich die Französin. "Es war hart, nicht daran zu denken, was passieren könnte, und sich nur auf mich zu konzentrieren. Und nun ist ein Traum wahr geworden." Die 23-Jährige bescherte dem französischen Team damit bereits das zweite Gold und die vierte Medaille insgesamt. Mit zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze sind die Franzosen derzeit erfolgreichste Nation in Schladming.

Für Maze war es nach Gold im Super-G und Silber in der Kombination ihre dritte Medaille in Schladming. "Der 1. Lauf war sehr schwer, ich habe kein Gefühl gefunden, keinen Schwung getroffen. Ich war ein bisschen down, in den zweiten Lauf habe ich noch einmal alles hineingeworfen. Und es ist aufgegangen", sagte die Führende im Gesamtweltcup, die sich im Finale von Rang vier nach vorne arbeitete.

Mit Bronze gelang Fenninger doch noch ihr persönliches Happyend bei diesen Titelkämpfen. Zuvor ging die mit Medaillenambitionen gestartete Salzburgerin in Super-G, Super-Kombination und Abfahrt leer aus.

Fenninger im Glück, Zettel im Pech

"Es war eine extrem schwierige WM. Irgendwie habe ich schon nicht mehr an die Medaille geglaubt. Heute habe ich einfach Spaß gehabt am Skifahren. Das war wohl die Lösung", sagte Fenninger. "Ich habe immer versucht, die Rennen so schnell wie möglich abzuhaken. Darüber nachzudenken, kostet nur Energie. Heute habe ich nochmal alles reingehauen und es hat gepasst."

Kathrin Zettel verpasste als Vierte knapp den Sprung aufs Podium. "Es ist der undankbarste Platz. Weinen hilft in dem Fall aber nichts. Ich habe keinen guten zweiten Lauf erwischt", so die Niederösterreicherin, die zur Halbzeit noch auf Rang zwei gelegen hatte.

Als beste Schweizerin wurde Lara Gut Siebte. Die Titelkämpfte in Schladming werden morgen ab 10:00 Uhr (im Liveticker auf eurosport.yahoo.de und im Eurosport Player sowie im TV) mit dem Riesenslalom der Herren fortgesetzt.

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