Ski-WM - Vonns Sturz überschattet Mazes Sieg

Ein furchtbarer Sturz von Top-Star Lindsey Vonn hat das erste WM-Rennen in Schladming überschattet. Die Olympiasiegerin kam schwer zu Fall und musste per Hubschrauber abtransportiert werden. Der Sieg im Super-G ging an Tina Maze aus Slowenien, die direkt vor Vonn gestartet war. Die deutschen Damen verpassten in dem wegen Nebel um mehrere Stunden verschobenen Auftaktrennen die Medaillen.

Silber sicherte sich die Schweizerin Lara Gut, die 38 Hundertstelsekunden langsamer als Maze war. Bronze ging an Julia Mancuso aus den USA (+0,52 s).

Als beste Starterin aus dem Quartett des Deutschen Skiverbandes belegte Viktoria Rebensburg Rang acht. Lena Dürr kam nicht über Position 30 hinaus. Maria Höfl-Riesch und Veronique Hronek schieden aus.

Rennen mehrfach verschoben

Auch während des Wettbewerbes schoben sich immer wieder kleine Nebelbänke auf die "Streicher". Nach 36 Fahrerinnen wurde das Rennen schließlich wegen Nebels und einbrechender Dunkelheit beendet, konnte allerdings gewertet werden, da mehr als die Hälfte der Läuferinnen im Ziel war.

Am besten kam Maze mit den komplizierten Bedingungen zurecht. "Ich war schon gestern ruhig. Ich weiß, dass man bei dem Wetter immer warten muss. Ich bin schon so lange dabei und ruhig geblieben", sagte die Siegerin. "Ich bin gut gefahren. Es sind zwar viele Mädchen gestürzt, aber das lag nicht an den Bedingungen. Es war ein reguläres Rennen", so die Slowenin weiter.

Kreuzbandriss, Innenbandriss, Fraktur

Am Schlimmsten erwischte es Vonn, die sich nach einem Sturz überschlug und minutenlang vor Schmerzen aufschrie. Vonn hat bei ihrem furchterregenden Sturz schwerste Verletzungen im rechten Knie erlitten. Die Amerikanerin zog sich einen Riss des vorderen Kreuzbandes, einen Riss des Innenbandes und eine Fraktur des Schienbeinkopfes zu. Dies teilte der medizinische Direktor des US-Ski-Teams, Kyle Wilkens, in einer schriftlichen Erklärung mit.

Ihre Saison sei beendet, es werde aber erwartet, dass Vonn zum Start der Weltcup-Saison 2013/14 und bei den Olympischen Spielen in Sotschi wieder an den Start gehen könne, hieß es weiter.

"Ich war so geschockt"

"Ich war so geschockt, als ich den Sturz von Lindsey Vonn gesehen habe. So etwas will keiner sehen", sagte Maze. "Der Sprung ging sehr weit, das war schon eine Überraschung".

Höfl-Riesch, die unmittelbar nach Vonn ins Rennen ging und lange auf den Start warten musste, fuhr schon nach 21 Fahrsekunden an einem Tor vorbei. "Das Problem bei mir war, so lange die Konzentration zu halten. Es war eigentlich ein Leichtsinns-Fehler", gab die Doppel-Olympiasiegerin zu.

"Ich bin aber froh, an so einem verrückten Tag, wo viel passiert ist, heil unten zu sein. Den Sturz von Lindsey habe ich schon mitbekommen. Zum Glück habe ich ihn nicht gesehen", so die Partenkirchenerin weiter.

Hronek vergibt Chance auf Sensation

Etwas Pech hatte Rebensburg, die in einer Phase fuhr, als dichter Nebel über einem Teil der Strecke hing. "Dass Nebel war, war natürlich nicht ideal“, so die 23-jährige Tegernseerin.

"Aber das war auch keine so gute Fahrt wie in Cortina von mir. Ich weiß nicht, ob es fair ist, weil ich die Läufe der anderen nicht gesehen habe und nicht weiß, was die für Bedingungen hatten. Aber so ist das nun einmal. Und ich akzeptiere das", so die Riesenslalom-Olympiasiegerin.

Als die Entscheidung bereits gefallen schien, sorgte Veronique Hronek noch einmal mit der drittbesten Zwischenzeit, nur 15 Hundertstelsekunden hinter Maze, für Aufsehen. Aber die 21-Jährige schied wenige Tore vor dem Ziel aus und verpasste damit die mögliche Überraschung.

Da es an der gleichen Stelle auch Österreichs größte Hoffnung Anna Fenninger erwischte, blieben auch die Gastgeber zum Auftakt der Titelkämpfe ohne das erhoffte Edelmetall. "Ich habe auf einmal gesehen: Oh, das war die falsche Seite. Es war sehr schwierig heute. Die Besichtigung war vor gefühlten 100 Stunden. Und da war so viel Nebel, dass man nicht viel gesehen hat", so die enttäuschte Salzburgerin.

Maier: "Keine gute Lösung"

"Es war vom Kopf her extrem schwierig. Man hat sich gefreut, dann hat man nicht mehr an ein Rennen geglaubt. Dann ist es doch noch losgegangen. Um halb vier am Nachmittag ein Rennen zu fahren war einfach schwierig", so Fenninger weiter.

DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier war gegen einen Start zu so später Zeit. "Ich halte das für keine besonders gute Lösung", sagte er unmittelbar vor dem Start, "ich gehe nicht davon aus, dass hier noch ein Rennen unter fairen Bedingungen stattfindet. Wenn man wirklich nicht garantieren kann, dass es gleich ist für alle, soll man es gut sein lassen."

Die Weltmeisterschaften werden am Mittwoch (ab 11:00 Uhr im Eurosport Player und im Liveticker auf eurosport.yahoo.de) mit dem Super-G der Herren fortgesetzt.

Die Abstände der Podiums-Fahrerinnen in Metern:

VIDEO - Horror-Sturz von Vonn beim Super-G

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