Ski-WM - Team Deutschland holt Bronze

Die deutschen Ski-Rennläufer haben bei der WM in Schladming Bronze im Team-Wettbewerb gewonnen. Lena Dürr, Maria Höfl-Riesch, Felix Neureuther und Fritz Dopfer holten im dramatischen kleinen Finale gegen Kanada die dritte deutsche Medaille bei den Titelkämpfen. Gold ging an Österreich, Silber an Schweden.

Der Kampf um Bronze war eine Zitterpartie - nach dem Sieg von Dürr und den Niederlagen von Höfl-Riesch und Neureuther musste im letzten der vier Duelle Dopfer unbedingt gewinnen.

Der 24-Jährige siegte mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung. Damit stand es 2:2, und in der Addition der jeweils besten Laufzeiten (Dürr und Dopfer bei den Deutschen) lag das DSV-Quartett schließlich mit drei Hundertstel vorne. 2005, bei der WM-Premiere des Team-Wettbewerbs in Bormio, hatte Deutschland mit Neureuther Gold gewonnen, damals in einem anderen Modus.

Angeführt vom umjubelten Superstar Marcel Hirscher hatte sich Österreich unter dem Jubel des fanatischen Publikums im Halbfinale mit 4:0 gegen Deutschland durchgesetzt. Nach dem 4:0 im Finale gegen Schweden schien es, als habe es die verkorkste erste WM-Woche für die Gastgeber nicht gegeben.

Österreich schließt im Medaillenspiegel auf

Kurios: In der Medaillenwertung liegt Österreich dennoch gleichauf mit der deutschen Mannschaft - Maria Höfl-Riesch hatte bereits Gold in der Super-Kombination und Bronze in der Abfahrt gewonnen.

Deutschland erlebte nach seinen Siegen gegen Kroatien (3:1) und Titelverteidiger Frankreich (2:2, bessere Laufzeiten) im Halbfinale gegen Österreich ein Duell wie bei einem Länderspiel im Fußball. Am Rande der Planai herrschte unglaubliche Stimmung.

Die Zuschauer hatten sich mit Fanfaren, Tröten, Trillerpfeifen und Fahnen ausgerüstet - als Hirscher fuhr, und er fuhr überragend, schwoll der Sturm der Begeisterung zum Orkan an. Hirscher hatte zuvor beim 3:1 gegen Slowenien seinen viel umjubelten ersten Auftritt bei der WM gehabt.

Neureuthers frohe Kunde über Twitter

Neureuther hatte beim 3:1 im Achtelfinale gegen Kroatien eine Schrecksekunde erlebt. Er wurde von seinem stürzenden Gegner Filip Zubcic rüde von den Beinen geholt; die Kurse lagen nur sieben Meter auseinander. Das Duell wurde zwar für Neureuther gewertet, er fasste sich aber danach wiederholt ans Knie. "Da habe ich ziemlich Glück gehabt, der hat mich ganz schön abgeräumt", sagte er zunächst und meldete dann über Twitter: "Knie okay, ich starte."

Prompt setzte sich das deutsche Quartett gegen die Franzosen durch, an denen es vor zwei Jahren bei der Heim-WM im Viertelfinale gescheitert war. Damals hatte Dopfer gepatzt, diesmal rettete er am Ende die Medaille: Denn nachdem es nach den vier Duellen 2:2 gegen Frankreich gestanden hatte, zählte am Ende die Laufzeit von Dopfer - mit vier Hundertstel Vorsprung kam das DSV-Team weiter, und der 24 Jahre alte Garmischer wurde von den Kollegen fast erdrückt.

Kroatien war ohne seinen Star Ivica Kostelic, WM-Zweiter in der Super-Kombination am Tag zuvor, an den Start gegangen. "Wir fahren noch den Riesenslalom und den Slalom, wir müssen ihn ein bisschen schonen", erläuterte Teammanager Vedran Pavlek.

VIDEO: Zubcic räumt Neureuther ab

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