Ski-WM - Ligety krönt sich mit Titel im Super-G

Aksel Lund Svindal hat sich mit einem Fahrfehler am vorletzten Tor selbst um den WM-Titel gebracht und damit Ted Ligety den Weg freigemacht. Der US-Amerikaner holte sich den Titel mit einer Zeit von 1:23:96. Platz zwei ging an den Franzosen Gauthier de Tessieres (+0,20). Top-Favorit Svindal (+0,22) musste sich mit Bronze begnügen. Die deutschen Starter landeten im geschlagenen Feld.

Riesenslalom-Weltmeister Ligety erzielte diese Saison noch keinen Podiumsplatz im Super-G, verfehlte aber in Lake Louise und Beaver Creek als jeweils Vierter das "Stockerl" nur knapp. "Ich wusste, dass ich eine Medaille holen kann, aber mit Gold habe ich nicht gerechnet", meinte der 28-Jährige.

Dem neuen Weltmeister kam auch der vom norwegischen Chefcoach Tron Moger sehr drehend gesetzte Kurs entgegen. "Die meisten Super-G sind eher wie eine Abfahrt gesteckt. Der hier war eher auf der technischen Seite, das wusste ich. Der Kurs war dennoch sehr schnell, und ich bin froh, ihn so gut erwischt zu haben", sagte Ligety. "Unten habe ich sehr viel Risiko genommen, wenn man das schafft, kann man wirklich schnell fahren."

Der schwere Sturz von Teamkollegin Lindsey Vonn im Super-G der Damen habe ihn nicht weiter behindert. "Für Lindsey ist es natürlich bitter, das kann man auch nicht ausblenden. Aber es hatte keine Auswirkungen auf mein Rennen", so der US-Amerikaner.

De Tessières als Nachrücker auf das Podest

Für die größte Überraschung des Tages sorgte de Tessières. Der 31-Jährige stand eigentlich gar nicht im französischen Aufgebot für die Titelkämpfe, sondern wurde nachnominiert, weil sich sein Landsmann Johan Clarey bei einem Trainingssturz schwer verletzte.

"Ich kann es kaum fassen. Es war eine verrückte Woche. Ich habe gar nicht trainiert. Und dann kam der Anruf, dass ich dabei bin", so der Silbermedaillengewinner mit Tränen in den Augen. "Ich habe mir keinen Druck gemacht, habe nicht viel nachgedacht und jetzt habe ich diese Medaille!"

ÖSV-Stars knapp am Podium vorbei

Topfavorit Svindal tröstete sich mit Bronze schnell über den knapp verpassten Titel hinweg. "Der Sieg war auch möglich, aber es war mit Nummer 22 schon schwierig", sagte der Olympiasieger. "Ich habe viel Risiko genommen, mit einem Fehler am Ende. Ich bin aber zufrieden mit der Medaille. Ted ist sehr, sehr gut gefahren", fuhr der 30-Jährige fort.

Die Hoffnungen auf Edelmetall im Lager der Gastgeber erfüllten sich knapp nicht. Als beste Österreicher belegten Hannes Reichelt und Matthias Mayer die Plätze vier und fünf. "Meine Leistung war okay aber nicht perfekt. Und deshalb war es auch keine Medaille. Im Zielhang habe ich viel Zeit verloren", sagte Reichelt. "Das Publikum ist perfekt. Ich habe bis ans erste Tor die Anfeuerungen gehört. Und das pusht", fügte der WM-Zweite von 2011 hinzu.

Keppler: "Einfach nur Mist"

Die beiden deutschen Starter spielten erwartungsgemäß keine Rolle im Kampf um die Spitzenplatzierungen. Tobias Stechert, für den der Super-G hauptsächlich ein Test für die Abfahrt war, zeigte in seinem ersten Rennen nach seiner Verletzungspause mit hoher Startnummer eine solide Vorstellung. Der Oberstdorfer wurde 22.

"Schön war es nicht", sagte er über seine Fahrt, "die Verhältnisse waren nicht einfach, die Piste war unruhig - nicht unbedingt das, was man sich fürs erste WM-Rennen erwartet." Nach seinem Lauf verspürte Stechert wieder leichte Schmerzen im genesenen Knie, hofft aber, "dass es im Laufe des Tages wieder besser wird".

Der Ebinger Stephan Keppler kam nach einer fehlerhaften Fahrt nicht über Platz 33 hinaus. "Der Lauf war von oben bis unten einfach nur Mist. Ich bin nie in den Rhythmus gekommen", so Keppler, der am Samstag seinen 30. Geburtstag feierte. "Der Kurs ist eher riesenslalom-mäßig gesteckt, was mir ohnehin schon nicht liegt, und dann habe ich auch noch viele Fehler gemacht. Das war nichts."

Am Donnerstag stehen bei Damen und Herren Trainingsläufe für die Abfahrten auf dem Programm. Die nächste Entscheidung in Schladming fällt am Freitag (ab 10:00 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de und im Eurosport Player) mit der Super-Kombination der Damen.

VIDEO - Ligetys Husaren-Ritt zu Gold

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