Ski Alpin - WM-Start von Stechert ungewiss

Auch nach erfolgreicher Operation am verletzten linken Knie bleibt der WM-Start von Ski-Rennläufer Tobias Stechert ungewiss. Der 27 Jahre alte Oberstdorfer habe "eine indirekte WM-Chance", sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier nach einem Telefonat mit Stechert, "aber wir werden uns da sicher nicht in irgendwas hineinmanövrieren lassen, dass er zurückkommt, ehe es Sinn macht."

Die WM in Schladming/Österreich beginnt am 4. Februar. Stechert hatte sich bei der Weltcup-Abfahrt in Beaver Creek/USA eine Knorpelverletzung und eine Blessur am Fibulaköpfchen zugezogen und wurde am vergangenen Montag in München erfolgreich operiert. Ein solcher Eingriff erfordert eine Ski-Pause von vier bis sechs Wochen.

Etwas früher wird Josef Ferstl (Hammer) zurückerwartet. Der 23-Jährige, der bei seinem Sturz beim Super-G in Beaver Creek einen Nasenbeinbruch und Verletzungen an den Schneidezähnen erlitten hatte, werde aber "frühestens im Januar wieder fahren", sagte Maier:

"Das Nasenbein ist so geschwollen, er kann zur Zeit nicht mal eine Brille aufsetzen." Damit fällt Ferstl für die Speed-Rennen in Gröden und die Abfahrt in Bormio aus.

Grünes Licht für Keppler in Gröden

Stephan Keppler, der in Beaver Creek ebenfalls gestürzt war, kann dagegen in Gröden starten, "aber der ist wegen seiner langwierigen Patellasehnenverletzung nicht in der Form", sagte Maier. In Fabio Renz (Fischen) hat sich indes ein weiterer, hoffnungsvoller deutscher Abfahrer verletzt. Der 20-Jährige, zuletzt Zweiter beim Europacup-Super-G auf der Reiteralm, erlitt bei einem Rennen des Noram-Cups in Copper Mountain/USA einen Schulterbruch.

"Das ist ein Spiel wie beim Murmeltier, das täglich grüßt", sagte Maier über die vielen Verletzungen. Besonders Stecherts Ausfall schmerzt ihn. "Du brauchst die Heroes, die Leitfiguren, die die anderen mitziehen", sagte er. Mit Stechert, zuletzt Fünfter der Abfahrt von Lake Louise/Kanada, fehle diese Figur jetzt. "Aber es gibt keine Resignation, wir geben nicht auf", sagte Maier, und fügte trotzig an: "Eins ist sicher: Bevor ich in Rente gehe, haben wir einen Abfahrer in der Weltspitze."

Video: Beaver Creek's SG: Keppler's crash

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