Serie A - Lazio vergibt Dreier im Olimpico

Mit einem Sieg gegen Neapel hätte Lazio den Rückstand zum Zweiten auf drei Punkte verkürzen können. Aber daraus wurde nichts. Neapel holte beim 1:1 (1:0) einen Zähler im Olimpico. Die Treffer erzielten Floccari (11.), der die Hauptstädter frühzeitig in Führung brachte, und Campagnaro (87.) kurz vor Schluss. Damit bleibt der Abstand von Lazio auf Neapel weiterhin bei sechs Punkten.

Die Lehren:

Die Hausherren erwischten den besseren Start und gingen bereits früh und verdient in Führung. Neapel brauchte nach dem Gegentor ein paar Minuten, kam dann aber durch Cavani zu mehreren guten Möglichkeiten.

Der Gast enttäuschte auf spielerischer Linie und ließ es in der Vorwärtsbewegung oftmals an Ideen und Passgenauigkeit fehlen. Für Gefahr vor dem Tor von Federico Marchetti sorgte zumeist der starke Gökhan Inler, der mit Distanzschüssen jedoch kein Glück hatte.

Doch auch der Schweizer konnte die kreative Lücke nicht stopfen, die sonst Marek Hamsik ausfüllt. Der Slowake erwischte einen gebrauchten Tag und konnte sich kaum in Szene setzen. Auch Cavani konnte aus dem Spiel heraus nicht überzeugen, bewies aber einmal mehr, dass er über 90 Minuten nicht aus dem Spiel zu nehmen ist und immer für Torgefahr sorgen kann.

Bei Lazio wurde Miroslav Klose schmerzlich vermisst. Ein Stürmer mit seiner Kaltschnäuzigkeit hätte die große Chance zur 2:0-Führung genutzt, die Lorik Cana in der 85. Minute hatte.

Durch das Remis ist in der Tabelle keinem der beiden Teams geholfen. Lazio rangiert weiterhin mit sechs Punkten Rückstand auf Neapel auf dem dritten Platz, das seinerseits die Möglichkeit verpasste, Druck auf Tabellenführer Juventus Turin auszuüben. Die „Alte Dame“ hat nach dem 24. Spieltag bereits fünf Punkte Vorsprung.

Die Höhepunkte:

2. Neapel führt einen Abstoß kurz aus, aber die Verteidiger sind wohl gedanklich noch in der Kabine. Ein verunglückter Querpass landet auf dem Fuß von Hernanes, der aus rund 20 Metern das Tor nur knapp verpasst.

11. TOOOR für Lazio Rom! Floccari belohnt seine Mannschaft für eine starke Anfangsphase und erzielt das 1:0! Konko bedient den Angreifer mustergültig am Elfmeterpunkt, der hat keinen Gegenspieler und genug Zeit, sich den Ball zurechtzulegen und trocken rechts unten einzuschieben.

28. Das muss das 1:1 sein! Marchetti hat nach einem harmlosen Distanzschuss Probleme und kann den Ball nur prallen lassen. Pandev reagiert am Schnellsten und chippt den Ball auf den zweiten Pfosten, dort wird Cavani noch entscheidend gestört und kann den Ball nicht im Tor unterbringen.

33. Was für ein Paket von Floccari! An der Strafraumgrenze hat der Angreifer viel zu viel Platz und er haut den Ball an den Pfosten, dass man es noch in der Innenstadt gehört hat. De Sanctis zeigt keinerlei Reaktion und schaut dem Ball hinterher.

38. Ein Hauch von Wembley im Stadio Olimpico! Cavani köpft eine Flanke von Zuniga an die Unterlatte, Marchetti fliegt vergebens. Neapel jubelt, aber Schiedsrichter Orsato entscheidet völlig korrekt auf weiterspielen, der Ball ist vor der Torlinie aufgesprungen. Ganz feines Auge der Unparteiischen!

74. Was macht de Sanctis da? Der Keeper verlässt den Strafraum ohne Not und lädt Cana zu einem Heber ein, den er nur knapp neben das Tor setzt. Was er da draußen wollte wird sein Geheimnis bleiben, Campagnaro war noch zur Stelle und hätte klären können.

85. Kläglich wie Lazio hier die Entscheidung liegen lässt. Nach einem Missverständnis in der Verteidigung ist Cana frei durch und kann ins Eins-gegen-Eins mit de Sanctis gehen, versucht es aber mit einem Heber, der seinen Namen nicht verdient. Er schießt dem Keeper den Ball direkt in die Arme.

87. TOOOR für den SSC Neapel! Inlers Distanzschuss kann Marchetti noch über den Querbalken fausten, doch beim folgenden Eckstoß ist er machtlos. Campagnaro steht völlig unbewacht am Elfmeterpunkt und nagelt den Ball volley in den rechten Winkel. Ein klasse Tor zum 1:1!

90.+2 Riesenpech für Lazio. Floccari ist nach einer Hereingabe von Candreva völlig frei und kann unbedrängt zum Kopfball hochsteigen, doch er scheitert aus wenigen Metern an der Latte.

Der Kracher: Daniele Orsato

Acht gelbe Karten musste der Unparteiische in einer hitzigen Partie zücken. Beide Seiten schenkten sich und den Knochen des Gegners nichts. Doch Orsato behielt einen kühlen Kopf und ließ sich nicht von der aufgebrachten Stimmung auf dem Rasen anstecken.

Im Abseits: Mauris Torjubel

Stefano Mauris Jubel über den Führungstreffer war nur von kurzer Dauer. Nachdem er den Ball aus dem Netz fischte und Richtung Fans abdrehte, knickte Lazios Kapitän unglücklich um. Zwar biss er auf die Zähne, musste aber wenige Minuten später einsehen, dass es für ihn keinen Sinn mehr machte und er ließ sich nach 18 Minuten auswechseln.

Die Statistik: 2 von 12

War Lazio Rom zu Beginn des Jahres noch ein Kandidat für die Meisterschaft, müssen die Römer nach ihren jüngsten Ergebnissen die Konkurrenz aus Turin und Neapel abreissen lassen. Aus den letzten vier Ligaspielen holte Lazio magere zwei Punkte und kann die Träume vom „Scudetto“ damit wohl begraben.

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