Serie A - Balotelli schießt gegen England: "Froh, dass ich weg bin"

Mario Balotelli ist nach einem zweieinhalb Jahre andauernden England-Abenteuer in seine italienische Heimat zurückgekehrt. An der Insel lässt der 22-Jährige kaum ein gutes Haar. Er sei froh, dass er die Presse, das Wetter, das Essen und den Linksverkehr nicht mehr ertragen müsse. Für seine ehemaligen Mannschaftskollegen sowie Trainer Roberto Mancini fand der "Bad Boy" hingegen warme Worte.

Bis zu David Beckhams überraschendem Last-Minute-Wechsel zu Paris St. Germain dominierte Mario Balotellis Rückkehr nach Mailand das Geschehen auf der internationalen Transferbörse.

Die Verpflichtung des Angreifers von Manchester City durch den AC Mailand dürfte, "Becks" Leistungsvermögen in allen Ehren, von der sportlichen Bedeutung her mindestens eine Stufe über der des englischen Werbegesichts stehen.

Rundumschlag gegen England

In der italienischen Medienlandschaft ist Balotelli ohnehin noch immer das alles dominierende Thema. Auf der Pressekonferenz, in welcher der 22-Jährige offiziell vorgestellt wurde, zeigte der Stürmer, dass er auch in Zukunft das Potenzial hat, das mediale Gesprächsthema Nummer eins zu sein. Denn auf dieser PK rechnete er gleich mit einem ganzen Land ab. "Die schlimmen Dinge an England? Als erstes die Presse", schimpfte der Sohn ghanaischer Eltern und ergänzte: "Dann das Wetter. Dann das Essen. Dann die Art, wie dort gefahren wird."

Für seinen ehemaligen Klub gab es hingegen durchweg Lob. "Ich muss allen City-Fans danken, schließlich waren sie stets nett zu mir und haben mich in guten wie auch in schlechten Momenten unterstützt. Und ich muss mich auch bei meinen Mannschaftskollegen bedanken, genauso wie beim Trainer." Einen weiteren Seitenhieb gegen die Insel kann er sich aber nicht verkneifen.

"Ansonsten bin ich sehr froh, dass ich England verlassen habe."

"Große Gelegenheit, als Mensch zu reifen"

Für seine Zeit in Mailand hat sich Balotelli Ziele gesteckt, die nicht nur ausschließlich sportlicher Natur sind. "Es ist eine Ehre und eine große Gelegenheit für mich, daher hoffe ich, dass ich hier als Spieler und auch als Mensch reife."

Auf die Frage, ob er bei rassistischen Vorfällen wie sein Teamkollege Kevin-Prince Boateng das Spielfeld verlassen würde, antwortete der Nationalspieler: "Ich weiß nicht. Ich müsste mich in dieser Situation befinden. Bei rassistischen Rufen habe ich bisher weitergespielt. Rassismus ist schwierig zu bekämpfen, doch früher oder später wird er besiegt werden".

Galliani nutzt 0,01-Prozent-Chance

Mailands Vize-Präsident Adriano Galliani ist ebenso begeistert, Balotelli wieder in der Serie A erleben zu dürfen: "Als Klub sind wir sehr glücklich darüber, unseren italienischen Spieler nach langwierigen Verhandlungen wieder zurückgebracht zu haben."

Der 68-Jährige sendete dabei gleichzeitig nette Worte gen Manchester. "Wir müssen auch Manchester City für ihre Mithilfe bei der Durchsetzung des Transfers danken. Ich habe immer gesagt, dass dieser zu 99,9 Prozent nicht stattfinden wird. Ich war in der Hinsicht einfach nur realistisch, aber jetzt ist er doch zustande gekommen."

VIDEO: Balotellis erstes Tor für den AC Mailand

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