Radsport - Niermann gesteht EPO-Doping

Grischa Niermann hat ein Dopinggeständnis abgelegt und zugegeben, in seiner Karriere mehrere Jahre mit EPO gedopt zu haben. Von 2000 bis inklusive 2003 habe er zu dem verbotenen Mittel gegriffen, so der einstige Rabobank-Profi. Sein Geständnis schließt an die Bekenntnisse anderer früherer Fahrer des niederländischen Topteams an. Doping sei dort über ein Jahrzehnt lang an der Tagesordnung gewesen.

"Alle weiteren relevanten Informationen werde ich den Anti-Doping-Autoritäten und Kommissionen mitteilen", wird Niermann in einer Mitteilung des niederländischen Rad-Verbandes KNWU zitiert.

"Ich bin in den letzten Wochen durch die Hölle und wieder zurück gegangen. Aber ich habe entschieden, dass dies der einzige mögliche Weg für mich ist", so Niermann.

"Dank der Leute in meiner Umgebung habe ich 2003 gemerkt, dass die Nutzung illegaler Substanzen nicht der Weg ist, den ich gehen möchte", erklärte Niermann. Deswegen habe er damit aufgehört. In den zehn Jahren danach habe Niermann versucht, für die jungen Rabobank-Fahrer "ein Vorbild" zu sein, als ein "hart arbeitender und ehrlicher Profi. Dass diese dunkle Phase nun zurückkommt, schmerzt mich sehr, aber bestärkt mich in meiner Entscheidung von 2003", sagte Niermann.

Sechs Monate Sperre

Der 37-Jährige fuhr zwischen 1999 und 2012 für Rabobank und nahm neunmal an der Tour de France teil. Seine beste Platzierung war dabei der 24. Rang im Jahr 2000, 1999 gewann er die Regio-Tour und 2001 die Niedersachsen-Rundfahrt, 2002 wurde er 22. beim Giro d'Italia.

Niermann machte sich als selbstloser Helfer für die Rundfahrt-Kapitäne von Rabobank einen Namen. Mit der Vuelta 2012 beendete er seine Laufbahn und übernahm einen Posten als Trainer im Nachwuchsteam des Rennstalls.

Als der Sponsor im Herbst 2012 seinen Ausstieg wegen des Dopingproblems im Radsport verkündete, übernahm der KNWU das Nachwuchsteam um die beiden Deutschen Rick Zabel und Ruben Zepuntke. Der Verband sperrt seinen Angestellten nun mit Wirkung vom 15. Februar für sechs Monate. KNWU-Direktor Huib Kloosterhuis sprach ihm aber das Vertrauen aus.

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