Radsport - Bach: Fuentes-Prozess "lässt nicht viel erwarten"

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DOSB-Präsident Thomas Bach hat wenig Hoffnung, dass der Prozess gegen den als Drahtzieher der weltweit größten Dopingaffäre geltenden Mediziner Eufemiano Fuentes einen großen Erkenntnisgewinn bringen wird. "Der Prozessbeginn in Madrid lässt nicht viel erwarten. Leider", sagte Bach im Interview mit der Welt, betonte aber auch: "Natürlich habe ich immer die Hoffnung, dass am Ende endlich reiner Tisch gemacht wird."

In diesem speziellen Fall sei es außerdem "beklagenswert", dass von angeblich rund 200 Klientennamen des Spaniers nur die von 58 Radprofis bekannt seien. "Wenn ich von 'reinem Tisch' rede, meine ich: Alles soll bekannt werden. Und wichtig ist überdies zu erfahren, welche Mechanismen hinter den Dopern stecken", sagte Bach. Die Hintermänner stünden nicht so im Fokus, wie das der Fall sein müsste. "Erführen wir mehr von Herrn Armstrong oder Herrn Fuentes, könnten wir die Hebel besser ansetzen", so Bach.

Einen Ausschluss des Radpsorts aus dem Olympiaprogramm hält der IOC-Vizepräsident auch nach den letzten Enthüllungen derweil zumindest momentan für unrealistisch. Man dürfe die heutige Generation nicht für die vergangene verantwortlich machen, "zumal heute ein ganz anderes Antidopingsystem im Radsport vorherrscht. Bevor man einen Ausschluss erwägen würde, bräuchte man neue Erkenntnisse. Dann allerdings ließe sich ohne Tabus über alles nachdenken."

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