Premier League - Huth: "Poldi hat sehr guten Start hingelegt"

In Stoke nennen sie ihn "The Berlin Wall" und schreien "Huth, Huth, Huth" bei seinen Tacklings oder Kopfballtoren. Ex-Nationalspieler Robert Huth (28) ist Kult-Figur und Leistungsträger zugleich bei Stoke City in der Premier League. Und der Berliner war ein Vorreiter für einen regelrechten Boom an deutschen England-Legionären.

Im Interview mit eurosport.yahoo.de erzählt der Innenverteidiger, welchen neuen Stellenwert die Bundesliga in England genießt, wie er Lukas Podolskis Start beim FC Arsenal einschätzt und dass Stokes Britannia Stadion tatsächlich die verrückteste Atmosphäre der Premier League hat. Neider behaupten, heimliche Lautsprecher lassen die Fans noch lauter klingen.

Herr Huth, Sie tragen aktuell einen Schnurrbart. Das sieht ja ganz nach "Movember" (November + moustache) aus, woran sich auch Ihr schlaksiger Teamkollege Peter Crouch beteiligt...

Robert Huth: Genau, das ist eine Aktion gegen Prostatakrebs. Das soll Aufmerksamkeit schaffen und dafür sorgen, dass die Leute ein bisschen Geld spenden. Wir machen das schon zum vierten Mal als Verein - hübsch ist das auf jeden Fall nicht, aber einen Monat kann man das ja mal aushalten.

Jetzt aber zum Sportlichen: Inzwischen erlebt die Premier League geradezu einen Boom an deutschen Profis und anderen Ex-Bundesligaspielern... Wie kommt das?

Huth: Als ich damals hierhergekommen bin, wusste keiner über die Bundesliga Bescheid. Im Moment - auch durch die Freitagsspiele, die jetzt auf ESPN übertragen werden - gucken viele der Jungs die deutschen Spiele. Die Bundesliga ist einfach eine attraktive Liga geworden in den letzten Jahren, spannend und mit vielen Zuschauern.

Sascha Riether vom FC Fulham hat erzählt, dass er in London schon Verabredungen mit Lukas Podolski und Marko Marin hatte. Sind Sie auch manchmal mit den anderen Deutschen hier unterwegs?

Huth: Ich würde es auf jeden Fall gerne machen, aber es ist die Distanz zwischen Stoke und London, die mir im Weg steht. Aber wir spielen jetzt gegen Fulham am Samstag und da werde ich mal "Hallo" sagen zu Sascha - ich kenne ihn ja noch gut von der U21.

Wie beurteilen Sie Lukas Podolskis Start beim FC Arsenal in England?

Huth: Ich persönlich finde, dass Poldi hier einen sehr guten Start hingelegt hat. Er hat ja auch schon relativ viele Tore geschossen. Ich weiß, dass er in Deutschland ab und zu mal Kritik abkriegt, weil er so oft ausgewechselt wird. Aber das ist eben seine Spielweise: Er spielt halt die 70 bis 80 Minuten, die er spielt, sehr intensiv und dann hat er mal eine Phase, in der er kaputt ist und rausgenommen wird.

Nun zu Ihnen und Ihrem Club Stoke City: Ausgerechnet Arsenal-Fans erzählten neulich, dass Stoke die tollste Stadion-Atmosphäre der ganzen Premier League hat...

Huth: Das stimmt, das kann ich nur bestätigen. Es ist einfach nur laut vom Anpfiff bis zum Abpfiff. Die Fans in Stoke sind da einmalig, die leben den Verein und sind bei Heimspielen alle da.

Stoke hat ein bestimmtes Image im englischen Fußball, als unangenehmer Gegner, defensiv, kampfstark... Wofür steht der Club?

Huth: Für harte Arbeit - wir sind ein "hard-working team", wie man hier so sagt. Alle Spieler, die hier sind, müssen sich ans System anpassen - da gibt es auch keine Ausnahme für einen Michael Owen. Wir sind außerdem noch relativ neu in der Liga und haben deshalb noch "Ups and Downs".

Sie haben Ihren Kontrakt bei den "Potters" im Sommer vorzeitig bis 2016 verlängert. Möchten Sie da auch Ihre Karriere beenden?

Huth: Wenn der Vertrag ausläuft, bin ich erst 31. Dann hoffe ich, dass ich noch ein paar Jahre spielen kann. Wo das ist und wie - das ist noch zu weit weg, um das sagen zu können. Auch die Bundesliga schließe ich nicht aus, aber im Moment bin ich sehr zufrieden bei Stoke und finde die Premier League noch ein Stück geiler.

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