Pferdesport - Saudis satteln für Nationenpreis auf

Von unserem Partner SID

Saudi-Arabien sattelt auf und wird neuer Großsponsor im Springreiten. Das Königreich vom Golf tritt als Geldgeber für den traditionsreichen Nationenpreis auf. Die weltweite Serie wird in den nächsten vier Jahren unter den Namen Furusiyya (zu deutsch: "Ritterliche Kriegskunst") firmieren. Dabei handelt es sich um einen Ableger des saudischen Pferdesportfonds. 16 Millionen Euro lassen sich die Araber den Deal nach Informationen der Süddeutschen Zeitung kosten.

"Der Furusiyya FEI Nationen Cup wird weltweit eine neue Morgenröte einläuten", sagte Prinz Faissal Bin Abdullah Bin Mohammed al Saud, Vorsitzender des saudischen Pferdesportfonds, auf der Generalversammlung des Weltverbandes FEI in Istanbul.

Seit über 100 Jahren werden die Nationenpreise mit Beteiligung aller großen Reitsport-Nationen ausgeritten. Deutscher Rekordstarter ist der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum. Der Riesenbecker brachte es auf 115 Einsätze. Deutsche Station der legendären Serie ist der CHIO in Aachen.

Weltweit wird es mehrere Ligen geben. In Europa werden die traditionellen Großturniere wie La Baule (Frankreich), Hickstead (Großbritannien) und der CHIO in Aachen eingebunden. Acht Nationen gehören der europäischen Top-Liga an. Zusätzlich gibt es eine kleinere Klasse, für die sich Drei-Sterne-Turniere als Veranstalter bewerben können.

Pikant ist, dass Großsponsor Saudi-Arabien seinen Frauen eine Teilnahme an den Turnieren untersagt. Und das gerade im Reiten, dem einzigen olympischen Sport, in dem Männer und Frauen gleichberechtigt gegeneinander antreten. Den Reitsport-Weltverband schien das nicht zu stören. Er nahm die Millionen gerne, um sein angestaubtes Renommierstück auf Vordermann zu bringen.

Die Serie hatte in den vergangenen Jahren immer wieder den Titel gewechselt und dadurch auch an Bedeutung eingebüßt. Erst Samsung Nations Cup, dann Samsung Super League und schließlich Meydan FEI Nations Cup. Sieger im letzten Jahr war die deutsche Equipe von Bundestrainer Otto Becker.

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