Olympia-Flagge in Rio angekommen

Die olympische Flagge weht bereits in Brasilien - und Staatspräsidentin Dilma Rousseff fordert von den Sportlern des Landes prompt mehr Medaillen. Mit der Ankunft des Banners in Rio de Janeiro begann der offizielle Countdown für die Sommerspiele 2016 in der Stadt am Zuckerhut.

Der Bürgermeister der Sechs-Millionen-Metropole, Eduardo Paes, und der Präsident des Olympischen Komitees von Brasilien (COB), Carlos Arthur Nuzman, flogen von Rio nach Brasilia, um der Staatschefin die weiße Fahne mit den fünf Ringen zu präsentieren. Sie waren aus London kommend mit der Flagge in Rio eingetroffen.

Beim Termin mit der linksgerichteten Präsidentin im Regierungspalast Planalto waren auch die Box-Brüder Esquiva und Yamaguchi Falcão dabei, die in London jeweils eine Silber- und eine Bronzemedaille gewannen. "Wir müssen (2016) die Zahl der Medaillen erhöhen", forderte Rousseff. Olympische Medaillen seien "sehr wichtig", sagte sie.

Die meisten Medien und Beobachter hatten die Ergebnisse der brasilianischen Sportler in London kritisiert und hervorgehoben, das 196-Millionen-Einwohner-Land habe mit drei Mal Gold als 22. des Medaillenspiegels schlechter als viele kleinere Nationen wie etwa Ungarn (8 Gold) oder Kasachstan (7) abgeschnitten.

"Werde mit der Flagge schlafen"

Am Mittwoch soll die olympische Flagge zurück nach Rio, wo sie auf einer Fahrt durch die Stadt den "Cariocas" präsentiert werden soll, unter anderem auch im großen "Favela"-Slum Complexo do Alemão. Bei der Ankunft in Rio de Janeiro hatte Bürgermeister Paes die große olympische Flagge aus dem Flugzeug getragen und sie voller Begeisterung zusammen mit COB-Chef Nuzman, mit Rios Gouverneur Sergio Cabral sowie mehreren Sportlern geschwenkt.

Er hatte sie bei der Abschlussfeier der Spiele 2012 von seinem Londoner Amtskollegen Boris Johnson in Empfang genommen. "Ich werde von nun an mit der Flagge schlafen", hatte der Brasilianer noch vor dem Abflug in London gesagt, um seinen Einsatzeifer für die nächsten Spiele zu untermauern. Nach der Ankunft in Rio betonte Paes, Olympia werde zur "entscheidenden Verwandlung" der Stadt am Zuckerhut beitragen.

Proteste bei Flaggenankunft

Ein knappes Dutzend Gegner der ersten Spiele auf südamerikanischem Boden nutzten die Ankunft der Flagge zu Protesten. Sie erklärten, es würden für Olympia Milliarden ausgeben, ohne dass man damit eine langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen in Rio de Janeiro erreichen werde.

Es gebe überhaupt keine Ausgabenkontrollen, bei Zwangsumsiedlungen würden zudem die Menschenrechte verletzt. "Schon die Panamerikanischen Spiele 2007 in Rio haben der Stadt nichts gebracht", meint einer der Protestführer, der Anwalt Alberto Murray Neto. Sportlich werde Brasilien zudem "einer der schlechteste Olympia-Gastgeber aller Zeiten" sein, warnte er.

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