Nordische Kombination - Frenzels Siegesserie in Sotschi gerissen

Der Siegeszug von Eric Frenzel ist beendet: Nach vier Einzel-Erfolgen in Serie musste sich der Weltmeister in Sotschi mit Rang zwei begnügen, baute seine Führung im Gesamtweltcup aber weiter aus. Auf der Olympia-Strecke von 2014 kam der 24-Jährige aus Oberwiesenthal mit einem Rückstand von 14,1 Sekunden auf den Österreicher Bernhard Gruber ins Ziel, der seinen ersten Sieg des WM-Winters feierte.

"Es war heute wirklich anstrengend, die Strecke war sehr schwierig", sagte Frenzel, der als Fünfter in die Loipe gegangen war. Für den Angriff nach ganz vorne reicht es dort nicht, auch weil die DSV-Starter nicht das beste Material gefunden hatten.

"Eric hat das Optimale herausgeholt, daher ich bin sehr zufrieden. Er hat sich lange im Windschatten gehalten und dann zugeschlagen", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Dritter wurde in Wilhelm Denifl ein weiterer Österreicher. Olympiasieger Jason Lamy-Chappuis (Frankreich), Frenzels ärgster Verfolger im Kampf um das Gelbe Trikot, wurde nur Siebter.

Mit 754 Punkten hat Frenzel nun schon über 100 Zähler Vorsprung auf den Titelverteidiger (653), Tagessieger Gruber verbesserte sich mit 568 Zählern auf Rang drei. "Bernie hat ein starkes Rennen gemacht und verdient gewonnen", sagte Frenzel.

Auch die übrigen deutschen Starter konnten die starken Ergebnisse der vergangenen Wochen - zuletzt hatte es in Klingenthal sogar einen Dreifachsieg gegeben - nicht wiederholen.

Durchhänger bei DSV-Athleten

Zweitbester DSV-Akteur war Routinier Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) auf Rang 16, Vize-Weltmeister Tino Edelmann (Zella-Mehlis) und der neue Junioren-Weltmeister Manuel Faißt (Baiersbronn) kamen auf die Ränge 19 und 21.

Grundlage für Frenzels Lauf auf das Podest war ein "Blindflug" von der neuen Olympia-Schanze. Bei starkem Nebel behielt er den Durchblick und landete bei guten 126 Metern. "Man hat relativ wenig gesehen. Das war schwierig, daher war es ein ordentlicher Sprung", sagte Frenzel. Auch Oldie Björn Kircheisen zeigte endlich wieder Top-Form und ging als Neunter in die Loipe. "Ich kam von Sprung zu Sprung immer besser in den Rhythmus", sagte der 29-Jährige.

Für viele Diskussionen sorgten die widrigen Bedingungen, da zu dem Nebel auch starker Schneefall kam. "Ich war in der Luft orientierungslos. Am Ende wollte ich nur sicher stehen", sagte Kircheisen, Junioren-Weltmeister Faißt bezeichnete den Wettbewerb gar als "grenzwertig".

Glück hatte der Japaner Akito Watabe, der einen Sturz unverletzt überstand. Sprung-Trainer Ronny Ackermann sprach dennoch von "fairen" Bedingungen: "Die Organisatoren haben das gut im Griff gehabt."

Am Sonntag steht für die Kombinierer an gleicher Stelle der Team-Wettbewerb an, ehe am kommenden Wochenende in Kasachstan die WM-Generalprobe folgt. Dort wird Frenzel allerdings fehlen. "Eric geht nicht nach Almaty, damit er richtig Kräfte sammeln kann", sagte Bundestrainer Weinbuch.

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