Nadal: Vom Star zur Tennis-Legende

Rafael Nadal hat durch den siebten Titel in Paris mit Björn Borg eine Legende überflügelt und ist damit selbst zur Tennis-Legende geworden. Der Spanier beendete in Roland Garros einen Fluch und schlug Novak Djokovic, nachdem er dem Serben zuvor bei drei Grand-Slam-Finals in Folge unterlegen war.

Von Stefan Schnürle

Durch diese drei Niederlagen sei er vor dem Finale "ein wenig nervöser" gewesen, "viele Emotionen" hätten ihn bewegt. Doch nach zwei Tagen und einer Gesamtspielzeit von 3:48 Stunden stand fest: Rafael Nadal hat einen der ganz großen Rekorde für sich allein.

Bislang hatte er zwar große Erfolge gefeiert, doch die wichtigsten Bestmarken im Tennis hielten Borg, Federer, Laver & Co. Die Legenden des Sports eben. Mit seinem siebten Triumph bei den French Open steht Nadal nun ebenfalls dick unterstrichen in den Geschichtsbüchern. Was dem 26-Jährigen beim wichtigsten Sandplatz-Turnier der Welt gelungen ist, war bisher unerreicht.

Djokovic: "Rafa ist der Beste"

Nadal trägt zwar seit einiger Zeit den "Titel" des Sandplatz-Königs, aber erst jetzt gibt es an der Herrschaft des Mallorquiners keine Zweifel mehr. Denn die Diskussion, ob Nadal wirklich der beste Sandplatz-Spieler aller Zeiten ist, lassen sich jetzt mit knallharten Fakten belegen. Sowohl der Schwede Borg als auch Nadal haben in ihrer Karriere acht Mal an den French Open teilgenommen. Dabei mussten sich beide Spieler nur jeweils einem Spieler geschlagen geben.

Nadal unterlag 2009 Robin Söderling und Borg zog gegen Adriano Panatta den Kürzeren. Borg musste sich dem Italiener jedoch sowohl 1973 als auch 1976 geschlagen geben. Deshalb ist ihm Nadal dem Schweden nun einen Titel voraus. Der French-Open-Erfolg war zugleich der 36. Turniersieg auf Sand für Nadal, während der Schwede am Ende seiner Karriere "nur" 30 vorzuweisen hatte.

Für Djokovic, der sich bei seiner ersten Endspiel-Teilnahme in Roland Garros als fairer Verlierer präsentierte, ist ohnehin klar: "Rafa ist der beste Sandplatz-Spieler aller Zeiten."

Fußball-Nationalteam huldigt Nadal

Nadal gibt sich da gewohnt zurückhaltend: "Für mich ist der Vergleich mit dem großen Borg eine riesige Ehre." Die spanische Presse wurde da schon deutlich euphorischer. So titelte die Marca: "Der größte Sandplatzspieler der Welt. Die spanische 7“ und für die "As" war klar: "Nadal ist eine Legende!“

Sogar die Fußball-Nationalspieler, die aktuell bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine im Einsatz sind, meldeten sich zu Wort, um Nadal zum Sieg zu gratulieren und überschlugen sich dabei mit Lobeshymnen.

Der bei Nadals Lieblingsclub spielende Sergio Ramos von Real Madrid twitterte: “Du bist einzigartig. Wir sind stolz, dass Du Spanier bist.“ Barcelona-Star Cesc Fabgreas ging in seinem Tweet sogar noch einen Schritt weiter: “Sieben Titel in Roland Garros. Bist du der beste spanische Sportler aller Zeiten? Ich glaube ja!“

Das rote Tuch ist zerschnitten

Eine ganze besondere Note erhält der Sieg auf dem Court Philippe Chatrier für Nadal aber auch durch den Gegner. Djokovic, der ihm in Wimbledon 2011, bei den US Open 2011 und den Australian Open Anfang dieser Saison jeweils im Finale am Triumph gehindert hatte. Es schien, als würde der Serbe eben zu jenem roten Tuch auf dem Platz, das Nadal selbst für Federer darstellt.

Djokovic übernahm den Weltranglisten-Platz eins von Nadal und bewies in den Duellen mit Nadal, dass er die Mittel hat, um den Spanier regelmäßig zu stoppen. Speziell die Niederlage bei den US Open nagte kräftig am Selbstvertrauen des Spaniers, denn zu klar hatte ihn Djokovic in dem Match dominiert. Für Nadal eine Katastrophe, da der Glaube an das eigene Spiel, die mentale Komponente, der wichtigste Baustein für seine Erfolge ist.

Mit den Siegen gegen Djokovic bei den Masters-Turnieren in Monte-Carlo und Rom konnte er sich bereits Selbstbewusstsein zurückholen. Durch den elften Grand-Slam-Erfolg hat der Weltranglisten-Zweite nun, dass er Djokovic bei den großen Major-Turnieren bezwingen kann.

Der nächste wichtige Rekord ist für Nadal schon als grauer Silberstreif am Horizont erkennbar: 16 Grand-Slam-Titel. Gehalten wird diese Marke von Roger Federer. Doch wenn man Nadal derzeit spielen sieht, dann scheint der Rekord nicht unerreichbar...

DIE ZAHLEN ZUM TRAUMFINALE NADAL-DJOKOVIC

VIDEO - French Open: Nadal schreibt Geschichte

TV-Tipp:

Eurosport präsentiert Ihnen bei den French Open ein Live-Paket der Extraklasse. Vom 27. Mai bis 10. Juni berichten Eurosport, Eurosport 2 und Eurosport HD mehr als 200 Stunden live aus Roland Garros. Dazu können Sie den Sandplatz-Klassiker live im Eurosport Player (www.eurosportplayer.de) sowie auf der Eurosport-Website (www.eurosport.yahoo.de) verfolgen!

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