Marathon - War das ihr Todesurteil?

Ihr tragischer Tod auf der Zielgeraden des London Marathon hat die Sportwelt tief bewegt. Zunächst dachte man bei Claire Squires nur an Herzschwäche, doch hinter der Tragödie steckt mehr. Das Ergebnis der Autopsie brachte nun endgültig Licht ins Dunkel.

Die 30-Jährige aus North Kilworth litt unter Herz-Rhythmus-Störungen.

"Andere Leute hätten danach einen Gang zurückgeschaltet - aber nicht Claire, sie machte einfach weiter", hatte ihr Freund Simon van Herrewege damals erklärt.

Doch nicht nur das, eine nähere Untersuchung der Autopsie-Ergebnisse kommt zu dem Schluss, dass Squires womöglich noch leben könnte, da nicht allein die Erschöpfung zum Tod der Läuferin geführt hatte.

Squires hatte kurz vor dem Ziel in ihrer Trinkflasche das Stimulanz-Mittel "Jack3D" zu sich genommen, eine legale Nahrungsmittelergänzung für Sportler. Squires hatte eigentlich mit derlei Sportler-Nahrung keine Erfahrung und wollte es diesmal nur im Falle großer Ermüdung und Erschöpfung ausnahmsweise einnehmen.

Von den möglichen Nebenwirkungen ahnte sie nichts - und so unterschrieb sie möglicherweise mit ihrer Entscheidung, das Mittel zu nehmen, ihr Todesurteil.

Gerichtsmediziner Philip Barlow berichtete der Untersuchungskommission, dass extreme Erschöpfung, zusammen mit dieser Nahrungsergänzung, am glaubwürdigsten zum Herztod geführt haben könnte.

Gefährliche Nebenwirkungen

"Jack3D" wirkt ähnlich wie Amphetamin und gibt dem Sportler einen kurzfristigen Kick im Leistungstief. Doch das Mittel beinhaltete damals noch den Zusatzstoff (Dimethylamylamin) DMAA. Die Läuferin wies demnach eine DMAA-Vergiftung auf, so der Gerichtsmediziner.

Dem Stoff werden zahlreiche Nebenwirkungen nachgesagt, die mitunter auch lebensgefährliche Konsequenzen haben können. Mittlerweile sei der Stoff aus dem Präparat "Jack3D" aber verschwunden.

Squires war bei ihrem Lauf auf Spenden-Suche, 500 Pfund hatte sie sich als Ziel für eine wohltätige Sache ausgegeben. Doch dann kam alles ganz anders. Ihr Freund wartete am Ziel und wollte sie dort jubelnd in Empfang nehmen, doch dann bekam er plötzlich einen Anruf von einer Krankenschwester.

Diese informierte ihn, dass es Squires "sehr schlecht" gehe. "Ich dachte, sie hätte sich den Knöchel verdreht oder so was", gestand van Herrewege, "also rannte ich los und besorgte mir ein Taxi". Doch im Krankenhaus angekommen, musste er schockiert feststellen, dass seine Freundin, mit der er fast drei Jahre zusammen war, trotz aller Bemühungen nicht gerettet werden konnte.

Squires' Tod hat ihre Spenden-Initiative auf tragische Weise befeuert. Mittlerweile befindet sich über eine Million Pfund auf dem Spendenkonto der Benefiz-Aktion.

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