München - Neureuther rockt den Olympiaberg

Felix Neureuther hat mit dem Sieg beim Weltcup-Parallelslalom in München ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Der Partenkirchner schlug im Finale Marcel Hirscher aus Österreich. Bei den Frauen triumphierte die Slowakin Veronika Velez-Zuzulova. Im Finale behauptete sie sich gegen Tina Maze. Die Slowenin führt den Gesamtweltcup souverän an und gilt derzeit als beste Skiläuferin der Welt.

Vor etwa 20.000 begeisterten Fans am Olympiaberg bekam es Publikumsliebling Neureuther gleich in der ersten Runde mit Riesenslalom-Weltmeister Ted Ligety zu tun.

Doch mit einem starken zweiten Durchgang distanzierte der 28-Jährige den US-Amerikaner deutlich, ehe er sich im Viertelfinale hauchdünn gegen den Schweden Mattias Hargin durchsetzte. Im Halbfinale zog Hargins Landsmann André Myhrer gegen Neureuther den Kürzeren, der sich im Viertelfinale gegen den zweiten deutschen Starter Fritz Dopfer durchgesetzt hatte.

Neureuther hat sich in der Slalomwertung damit mit 296 Punkten hinter Marcel Hirscher (320 Zähler) auf Rang zwei nach vorne gearbeitet. "Es ist schon etwas anderes, wenn man einen Klassiker gewinnt", ordnete der leicht angeschlagene Partenkirchener seinen ersten Saisonsieg ein. "Aber von der nervlichen Anspannung her ist es fast noch schlimmer, weil man sich immer wieder neu konzentrieren muss. Darum sehe ich das schon als echten Weltcupsieg."

"Ich musste elf Jahre warten"

Nachdem sie lange auf den ersten Weltcupsieg warten musste, sicherte sich Velez-Zuzulova den zweiten binnen kürzester Zeit. "Ich kann es mir auch nicht erklären. Ich musste elf Jahre warten und jetzt feiere ich zwei Siege in drei Tage - unglaublich!", freute sich die 29-Jährige.

Maze baute mit ihrem zweiten Platz den Vorsprung im Gesamtweltcup auf Maria Höfl-Riesch weiter deutlich aus. Die Partenkirchenerin kam nicht in Schwung und schied überraschend schon in der ersten Runde gegen ihre Teamkollegin Viktoria Rebensburg aus.

Schweinsteiger unterstützt Neureuther

Riesenslalom-Olympiasiegerin Rebensburg musste sich anschließend im Viertelfinale Kirchgasser beugen. "Es ist eine gigantische Stimmung hier im Ziel und macht extrem viel Spaß. Deswegen ist schon ein weinendes Auge dabei, dass ich jetzt draußen bin. Aber ich stehe halt auch sehr selten auf Slalom-Ski", meinte die Kreutherin.

Zu den Zuschauern des Spektakels gehörte auch Fußballer Bastian Schweinsteiger, der seinem Kumpel Neureuther die Daumen drückte. "Es ist ein bisschen komisch, bei zehn Grad ein Skirennen zu besuchen. Aber ich finde es super, dass die Stadt das auf die Beine gestellt hat", sagte der Bayern-Profi.

Bei Temperaturen um die zwanzig Grad an Heiligabend stand das Rennen lange auf der Kippe, konnte aber durch angelieferten Schnee aus Reit im Winkl gerettet werden.

VIDEO - Neureuther triumphiert in München

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