Ligue 1 - Wilde Randale in Paris bei PSG-Party

Die Meisterfeier von Paris St. Germain ist von Krawallen überschattet worden. Bei Ausschreitungen in der Innenstadt durch Hooligan-Gruppierungen wurden insgesamt 30 Personen verletzt, darunter drei Sicherheitskräfte. Die Polizei nahm 21 Krawallmacher fest. Künftig soll es nach Angaben des Pariser Polizeichefs keine Meisterfeiern von PSG in der Innenstadt mehr geben.

Während die PSG-Spieler um Ibrahimovic und David Beckham in einem exklusiven Klub der französischen Hauptstadt die Nacht zum Tag machten und die Fans den ehrwürdigen Prachtboulevard Champs-Elysées in eine rot-blaue Partymeile verwandelten, wurde die offizielle Meisterfeier von Randalieren gestört.

Auf dem Trocadéro-Platz am Eiffelturm, wo ungefähr 15.000 Fans die dritte Meisterschaft des Klubs feierten, durchbrachen Chaoten die Sicherheitsabsperrungen und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Unweit des berühmten Wahrzeichens der Stadt soll auch ein Bus mit Touristen attackiert und ausgeraubt worden sein, Einrichtungen mehrerer Cafés wurden beschädigt, Rauchbomben geworfen.

Auch auf dem Prachtboulevard Champs-Elysées kam es zu Vorfällen. Eine Bootsfahrt der Mannschaft auf der Seine wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt.

"Ich hoffe, dass er bleibt"

Zudem trübte die weiterhin ungewisse Zukunft des von Real Madrid umworbenen Trainers Carlos Ancelotti die Partynacht. "Ich hoffe, dass er bleibt. Er hat mir eine eine Menge geholfen und mir den Rückhalt gegeben, den ich brauchte", sagte Ibrahimovic, dessen Wechsel vor der Saison neben den Scheichmillionen auch an der Person Ancelotti hing.

Sollte sich der immer noch zögernde Italiener verabschieden, könnten auch einige Leistungsträger ihre Zukunft überdenken. Die Frage ist, ob Ibrahimovic oder der überragende Thiago Silva auch ohne Ancelotti bleiben wollen. Der spanische Meister FC Barcelona soll Interesse an dem brasilianischen Abwehrspieler haben.

"Wir warten alle sehr gespannt darauf, was passieren wird", sagte auch Abwehrspieler Alex, der unter Ancelotti bereits beim FC Chelsea spielte. Der umworbene Coach selbst ("Wir haben für die Gespräche noch Zeit") will erst nach der Saison seine Entscheidung bekannt geben, sein Vertrag läuft noch bis 2014. Die Nervosität im Klub ist aber deutlich spürbar.

"Wir versuchen, ihn zu halten"

"Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen. Er hat noch nicht mit mir gesprochen. Wir versuchen aber, ihn zu halten", sagte PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi, der gleichzeitig auch Chef der Investorengruppe Qatar Sports Investment (QSI) ist. QSI hatte den Klub 2011 übernommen und den Champions-League-Sieg bis 2016 als Ziel ausgegeben.

Gesprochen hat Al-Khelaifi dagegen mit Real-Geschäftsführer Jose Angel Sanchez. "Vor einigen Tagen rief er mich an und wollte mit mir über Ancelotti sprechen. Ich habe ihm schnell gesagt, dass er beachten soll, dass Carlo noch ein Jahr Vertrag bei uns hat", sagte Al-Khelaifi der französischen Sporttageszeitung L'Equipe (Dienstagausgabe). Sanchez habe sich entschuldigt und versichert, dies zu beachten. Er habe gedacht, Ancelottis Vertrag laufe im Sommer aus.

Vielleicht können die Katarer den Erfolgscoach ja mit einer weiteren millionenschweren Geldspritze überzeugen. Namen wie Cristiano Ronaldo (Real Madrid), Wayne Rooney (Manchester United) oder Edinson Cavani (SSC Neapel) machen in der französischen Hauptstadt schon länger die Runde.

"Wir können es noch besser"

Zumal der dritte Meistertitel der Vereinsgeschichte bei aller Euphorie (Al-Khelaifi: "Der Beginn einer Ära") nur das Minimalziel für PSG war. In der Champions League schieden die Pariser im Viertelfinale zwar nur knapp und ohne Niederlage gegen Barcelona aus, doch in den anderen Wettbewerben gelang ihnen nicht viel.

Sowohl im nationalen Pokal als auch im Ligapokal verlor der Klub bereits im Viertelfinale. Auch das 4-4-2-System von Ancelotti wurde öfter kritisiert, zudem gab es disziplinarische Probleme. Häufig machte die Mannschaft den Eindruck, nur in der Königsklasse richtig motiviert zu sein - doch die individuelle Qualität entschied zugunsten des Meisters.

"Wir können es noch besser machen", sagte Ibrahimovic: "Wenn wir in dieser Art und Weise die Meisterschaft gewinnen können, gehört die Zukunft uns. Nur Gott weiß, wie weit wir gehen können."

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen