Ligue 1 - Transfer-Hammer: Beckham zu PSG

Nach seinem hollywoodreifen Abschied aus Los Angeles wird David Beckham der neue Marketing-Star im Millionenspiel der Öl-Scheichs bei Paris St. Germain. Der 37 Jahre alte ehemalige Kapitän der englischen Nationalmannschaft wird bei PSG Medienberichten zufolge fürstlich bezahlt und hat einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben.

Nach einem Medizincheck wurde der Fußball-Popstar am späten Donnerstagnachmittag bei seinem neuen Arbeitgeber vorgestellt.

"Ich bin auf dem Weg nach Paris - und aufgeregt. Ich werde Euch alle später informieren", schrieb der Superstar seinen 24 Millionen Facebook-Fans am Mittag. Dazu lud er ein Foto aus dem Flugzeug hoch - Beckham trinkt bereits französisches Mineralwasser.

PSG-Trainer Carlos Ancelotti und Sportdirektor Leonardo sind für Beckham alte Bekannte. Der Italiener Ancelotti und der Brasilianer Leonardo waren seine Trainer beim AC Mailand, als der Mittelfeldspieler 2009 und 2010 in der spielfreien Zeit der amerikanischen Profiliga MLS an den italienischen Traditionsverein ausgeliehen war. "Er ist mehr als nur ein Spieler. Er ist eine Marke, er ist ein Popstar", sagte Leonardo schon damals.

Beckham passt ins Bild

Genau darum dürfte es nun auch Paris gehen, denn Beckham hat seinen sportlichen Zenit schon länger überschritten. Scheich Saoud Bin Abdulrahman von Qatar Sports Investment hat schon reichlich in den französischen Hauptstadtklub investiert: Vor Saisonbeginn hatte der Klub durch die Doppelverpflichtung des schwedischen Stürmerstars Zlatan Ibrahimovic und von Abwehr-Ass Thiago Silva vom AC Mailand für rund 65 Millionen Euro für Aufsehen gesorgt.

Auch Javier Pastore, Ezequiel Lavezzi und jüngst Lucas Moura folgten dem Lockruf des Geldes. Insgesamt investierten die Besitzer rund 250 Millionen Euro Spieler - nur an Ablösesummen. "Im Sport muss man investieren, wenn man etwas erreichen will", sagt der Scheich.

Topstar Ibrahimovic hat seinen Wechsel in die Millionen-Stadt noch nicht bereut. "Paris ist ein Klub, der sich in großer Veränderung befindet. Ich bin erst seit sechs Monaten hier, aber die Dinge gehen sehr schnell voran", sagte der Torjäger: "Die besten Spieler entscheiden bei einem Wechsel nicht unbedingt nach der Tradition eines Klubs."

Beckham nur das Vorspiel für Ronaldo und Mourinho?

Beckham war seit Ende Dezember vereinslos, nachdem er seinen Vertrag bei Los Angeles Galaxy nach sechs Spielzeiten, zwei Titeln, drei Finalteilnahmen, 115 Spielen, 18 Toren und 48 Vorlagen nicht verlängert hatte. Er habe sechs unglaubliche Jahre erlebt und meinte, dass er erfolgreich genug gewesen sei und alles erreicht habe, was er erreichen wollte.

In Paris soll er für weiteren Glamour sorgen, denn der sportliche Erfolg stellte sich auch ohne ihn ein. Nach 22 Spieltagen führt PSG die Tabelle punktgleich vor Olympique Lyon (beide 45) an.

Ungeachtet dessen sind weitere Coups geplant. Real-Superstar Cristiano Ronaldo und Madrids Trainer José Mourinho sollen laut Berichten französischer Medien im Paket verpflichtet werden. In Frankreich stößt das Treiben des Emirats allerdings zunehmend auf Ablehnung in der Politik. "Es empört mich, wenn ich sehe, welche Summen dort ausgegeben werden. Gleichzeitig kämpfen viele kleinere Vereine um ihr Überleben", sagte die ehemalige französische Sportministerin Roselyne Bachelot.

VIDEO: Beckham nach seinem Medizincheck in Paris

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen