Liga - Ronaldos peinliche Nullnummer

Einst gefürchtet, bald belächelt? Cristiano Ronaldo ist als Freistoßschütze ein Schatten seiner selbst. Bei Real drohen ihm Özil & Co. den Rang abzulaufen.

Das waren noch Zeiten: Die Fans hielten den Atem an, die gegnerischen Spieler in der Mauer dachten kurz über einen Berufswechsel nach, der eigene Coach hatte ein Lächeln auf den Lippen...

Dann ging Ronaldo fünf Schritte zurück, nahm seine Pistolero-Position ein - und wenig später zappelte der Ball im Netz.

Seine Freistöße - und seine Show dazu - haben "CR7" einst erst so richtig bekannt gemacht.

Doch das ist lange her. Seine ehemals vielleicht schärfste Waffe ist stumpf geworden.

Erschreckende Quote

In Madrid hat die Diskussion um seine miserable Freistoßquote nun mächtig Fahrt aufgenommen. Zwar ist der Portugiese noch immer ein absoluter Top-Torjäger - aber von den inzwischen knapp 20 Freistößen, die er in dieser Saison über alle Wettbewerbe hinweg gerechnet abgefeuert hat, ging kein einziger ins Tor.

Schlimmer noch: Die aktuelle Durststrecke spiegelt nur wider, was der Trend der letzten Jahre schon deutlich zeigt. Das spanische Sportblatt "Marca" präsentiert erschreckende Zahlen. Im Jahr 2009/10 lag seine Torquote bei Freistößen noch bei 13,3% (45 Versuche/6Treffer), in der nächsten Saison sackte sie auf 6,4% ab (78/5) und lag zuletzt bei 5,8% für 2011/12 mit vier Toren bei 68 Freistößen.

Top-Duo steht parat

Zu wenig, um bei den "Königlichen" in dieser Domäne länger die unangefochtene Nummer 1 zu sein, besonders wenn es richtig ernst wird. Bestes Beispiel: Das späte Ausgleichstor für Real im Duell mit dem BVB erzielte per Freistoß in der 88. Minute eben nicht Ronaldo - sondern Özil. Der deutsche Nationalspieler hat laut "L'Equipe" nun aus 15 Freistößen für Real schon zwei Tore gemacht - Ronaldo machte zuletzt aus über 150 Anläufen neun Treffer.

Und mit Sergio Ramos steht ein weiterer erstklassiger Schütze parat - der seine Ansprüche auch schon angemeldet hat. Einerseits mit einem grandiosen Tor im spanischen Nationaltrikot zuletzt gegen Panama. Aber auch verbal. "Es ist wichtig, dass Real in diesem Bereich mehrere Alternativen hat. Konkurrenz ist immer hilfreich...", ließ er vielsagend ausrichten.

Das erinnert an "galaktische Zeiten" bei Real. Einst waren mit David Beckham, Roberto Carlos, Luis Figo und Zinédine Zidane gleich vier absolute Freistoß-Asse im Team. Zugegeben - ein solches Quartett wird es vielleicht selbst in Madrid nie wieder geben. Aber die Alleinherrschaft Ronaldos gehört wohl endgültig der Vergangenheit an.

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