Liga - Ronaldo sorgt für Real-Blamage

Real Madrid hat sich am 22. Spieltag der Primera Division bis auf die Knochen blamiert und beim Abstiegskandidaten FC Granada eine 0:1 (0:1)-Niederlage kassiert. Ausgerechnet Superstar und Real-Toptorjäger Cristiano Ronaldo fabrizierte in der 22. Minute ein Eigentor. Für Madrid war es die fünfte Saisonpleite, Granada verschaffte sich mit dem sechsten Sieg ein wenig Luft im Abstiegskampf.

Die Lehren:

Insgesamt hatte dieses Spiel nur wenige Torgelegenheiten. Schuld daran war hauptsächlich Real Madrid. Der amtierende Meister tat sich mit der Defensiv-Taktik des Außenseiters schwer. Das Offensivspiel war viel zu durchschaubar und einfallslos.

Der gelbgesperrte Mesut Özil fehlte an allen Ecken und Enden. Luka Modric konnte dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. Bis zum Sechzehner sah es teilweise ganz gut aus, aber der finale Pass in die Tiefe blieb aus. Auch über die Außen kam zu wenig. Real versäumt es, durch die fünfte Saisonniederlage den Druck auf den Stadtrivalen aufrecht zu erhalten und bleibt, bei vorerst vier Punkten Rückstand auf den Tabellenzweiten Atlético, Dritter.

Die Rufe nach einer vorzeitigen Entlassung von Coach José Mourinho dürften nun wieder lauter werden.

Einen besseren Einstand hätte sich Granadas neuer Trainer Lucas Alcaraz wohl nicht erträumen können. Die schwächste Heimmannschaft mit der schwächsten Offensive der Liga erkämpft sich gegen Real Madrid drei Punkte. "Gegen Real Madrid dürfen wir nicht davon ausgehen, dass wir gewinnen, aber wir müssen alles dafür tun, dass wir siegen.

Das kann dann schon funktionieren", sagte der unter der Woche verpflichtete Übungsleiter etwas kryptisch vor der Partie und sollte am Ende Recht behalten. Durch eine couragierte Abwehrleistung, die teilweise von Pressing und dann wieder vom totalen Rückzug geprägt war, haben sich die Andalusier diesen Sieg redlich verdient und können sich über drei unerwartete Zähler im Abstiegskampf freuen. Granada rückt auf den 16. Tabellenplatz vor.

Die Höhepunkte:

22. TOOOR für Granada! Der Außenseiter führt mit 1:0. Nolito zieht eine Ecke von links scharf vors Tor an den ersten Pfosten. Ronaldo geht ins Kopfballduell mit Mainz und köpft das Leder mit dem Hinterkopf ins eigene Tor.

61. Schöne Aktion von Granada. Die Flanke kommt von rechts auf den ersten Pfosten. Ighalo leitet den Ball artistisch mit der Hacke in Richtung des zweiten Pfostens. Keeper Lopez läuft, muss aber doch nicht eingreifen. Knapp geht der Ball vorbei.

84. Mainz verspringt im der Ball. Callejon sprintet durch, scheitert jedoch an Keeper Tono. Doch den Nachschuss aus vier Metern Entfernung links am Gehäuse muss Benzema machen. Am leeren Kasten, garniert mit einem Granada-Spieler, schießt er den Ball rechts vorbei!

Der Kracher: Granadas Auftreten

Dem Tabellenachtzehnten aus Granada merkte man während des Spiels die prekäre Situation überhaupt nicht an. Gegen Real Madrid warfen die Andalusier alles in die Waagschale, was sie so haben. Und das war eine ganze Menge: Taktische Disziplin, unbändiger Wille, Kampf und Leidenschaft. Immer wieder warf sich der kompakte Defensiv-Verbund in jeden Schuss und blockte fast alles ab. Hut ab vor dieser Leistung.

Im Abseits: Cristiano Ronaldo

Real Madrids Cristiano Ronaldo erlebte heute einen rabenschwarzen Tag. Erst köpfte er eine Granada-Ecke in bester Uwe-Seeler-Manier mit dem Hinterkopf ins eigene Tor, dann wollte er im weiteren Spielverlauf krampfhaft seinen Fehler gut machen und ballerte aus allen erdenklichen Lagen aufs Tor. So manches Mal wäre ein Abspiel die bessere Option gewesen.

Die Statistik: 5

Real Madrid hat in dieser Saison fünf Spiele verloren. Allesamt auswärts. In Getafe, zwei Mal Sevilla, in Malaga und nun in Granada gab es für die Mourinho-Elf nichts zu holen.

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