Liga - Quo vadis FC Málaga?

Sportlich läuft es für den FC Málaga bestens: In der spanischen Primera División belegt die Mannschaft von Trainer Manuel Pellegrini den vierten Platz. In der Champions League qualifizierten sich die Andalusier gar als Gruppenerster für die K.o.-Runde. Doch der Schuh drückt. Der Verein um Geldgeber Scheich Abdullah Al-Thani steckt in großer Finanznot. Jetzt fordert die UEFA Taten statt Worte.

Im Jahr 2010 trat er das erste Mal als Messias in Erscheinung: Scheich Abdullah Bin Nasser al Thani. Mit Hilfe immenser Investitionen wollte er, aus dem im Niemandsland der Primera División verschwundenen FC Málaga, ein europäisches Top-Team formen.

Heute ist von der einstigen Aufbruchstimmung an der andalusischen Küste nicht viel geblieben. Knapp zwei Jahre nach seinem Einstieg als Investor scheint der Nachkomme des ehemaligen Premier Ministers Katars, den Spaß an seinem Projekt verloren zu haben.

Der Scheich dreht den Geldhahn zu

Nachdem Klubeigentümer Al-Thani zu Beginn seines Engagements noch geschätzte 150 Millionen Euro in den Verein investierte, fließt heute kein Cent mehr in die klamme Vereinskasse. Málaga leidet unter akuter Finanznot.

Im Sommer dieses Jahres stand der Verein sogar kurz vor dem Verkauf. Die spanische Regionalregierung hatte Al-Thani die Genehmigung für ein von ihm geplantes Großbauprojekt untersagt, woraufhin der Scheich kurzer Hand beschloss, Málaga wieder abzustoßen. Doch es kam anders.

Seither fehlt es finanziell an allen Ecken und Enden. Spieler des Vereins warten auf die Auszahlung ihrer Gehälter und der CA Osasuna fordert die Zahlung von 200.000 Euro für den bereits im vergangenen Jahr vollzogenen Transfer des spanischen Nationalspielers Nacho Monreal. Sollte der Ligakonkurrent den Fall offiziell bei der UEFA melden, droht Málaga ein Transferverbot für die Winterpause.

Doch auch bei den spanischen Finanzbehörden steht der Verein mit zehn Millionen Euro Steuerschulden in der Kreide. Zwar haben sich beide Parteien auf einen Finanzierungsplan geeignet, die UEFA fordert jedoch zunächst konkrete Schritte auf Seiten Málagas.

UEFA will Taten sehen

Für den Fall, dass Málaga die geforderten Millionen nicht alsbald aufbringen sollte, kündigt die UEFA drastische Maßnahmen an. Die potentiellen Sanktionen sind Teil des neuen "Financial Fair Play"-Reglements, mit dessen Hilfe der europäische Fußballverband Vereine zur Ausgabendisziplin erziehen möchte.

Aktuell werden bereits die von Málaga in der Gruppenphase der Champions League erspielten Prämien zurückgehalten. Diese Vorsichtsmaßnahme der UEFA wird erst dann wieder aufgehoben, wenn alle Verbindlichkeiten des Vereins beglichen sind. Im laufenden Wettbewerb hat der Verein durch Prämien und Fernsehgelder Einnahmen in Höhe von mehr als 25 Millionen Euro verbuchen können, finanzielle Mittel, die ihm im schlimmsten Fall verloren gingen.

Für Málaga ist es ein Teufelskreis. Besitzer Al-Thani hat angekündigt, nur unter der Prämisse Geld locker zu machen, dass die UEFA die verhängte Sperre der Prämien aufhebt. Der Verein hatte geplant, die ausstehenden Zahlungen mit eben jenen Prämien zu begleichen.

Spielerverkäufe sorgen für Entlastung

Bereits vor der Saison mussten zahlreiche Spieler aufgrund fehlender Liquidität den Verein verlassen. Málaga konnte die Gehaltskosten nicht mehr tragen. Der zuletzt zum FC Arsenal abgeschobene Santi Cazorla war dabei der wohl schwerwiegendste Verlust. Gegenüber eurosport.yahoo.de äußert sich Trainer Pellegrini kritisch über den Abgang Carzolas, der erst kurz zuvor, für geschätzte 22 Millionen Euro verpflichtet wurde: "Er ist als Spieler bei uns einfach nicht zu ersetzen. Und wir haben ihn faktisch verschenkt."

Dennoch blickt der chilenische Erfolgscoach positiv nach vorn und gibt die Marschroute für die kommenden Wochen und Monate vor: "Die sportliche Situation ist momentan sehr gut für den Verein. Es ist jetzt einfach wichtig, dass wir alle internen Probleme lösen, um uns die Einstellung und die Motivation zu erhalten. Den Rest wird man sehen."

Sportlicher Erfolg hebt die Stimmung

Sportlich passt derzeit alles beim FC Málaga. In der Primera División rangiert die Mannschaft auf dem vierten Tabellenplatz. "Es ist wichtig, dass wir uns erneut für die Champions League qualifizieren", sagt Trainer Pellegrini gegenüber eurosport.yahoo.de. Auch wenn er zu bedenken gibt, dass es sich um ein "sehr ehrgeiziges Ziel" handelt, "da es in Spanien stärkere Mannschaften gibt als Malaga".

Den ehemaligen Real-Madrid-Coach erfüllen die jüngsten Ergebnisse daher mit Stolz: "Die Hinrunde ist fast beendet und wir sind immer noch auf Champions-League-Kurs. Wir haben eine brillante Vorrunde gespielt."

Es bleibt Málaga zu wünschen, dass es weiterhin gelingt, die akute Schieflage auszublenden. Vor knapp zwei Jahrzehnten ging der Verein schon einmal Konkurs. Damals noch unter dem Vereinsnamen Club Deportivo Málaga. Sachen gibt's...

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