Liga - Messi erobert Ronaldos Bastion

Lionel Messi, zuletzt dreimal in Folge zum Weltfußballer des Jahres gewählt, hatte in den Augen der Experten, wenn überhaupt, nur ein Manko - Freistöße. Sein großer Gegenspieler Cristiano Ronaldo, als unumstrittener Alleinherrscher in dieser Kategorie bei Real Madrid, machte bisher so den ein oder anderen Treffer im Torjäger-Duell mit Messi gut. Doch jetzt läuft Messi hier "CR7" den Rang ab.

Beim FC Barcelona hießen die Freistoß-Schützen unter Trainer Pep Guardiola im Regelfall Andres Iniesta oder Xavi. Hingegen hatte Messi in diesem Bereich oft das Nachsehen. Dies änderte sich nun, als Tito Vilanova die Regie übernahm.

Vilanova kennt Messi aus dessen Zeit in der Jugendakademie der Katalanen und erinnerte sich an ein fast vergessenes Talent von "La Pulga" - denn auch der 24-Jährige ist ein begnadeter Freistoßschütze.

Diese Fähigkeit kitzelte der Neu-Coach aus seinem Top-Torjäger, dank Sonderschichten in der Sommerpause, wieder heraus, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" - und seit Wochen sehen wir alle nun den neuen, noch besseren Messi 2.0.

Als Teenager schaute er Ronaldinho und Deco beim Freistoßtraining zu und sich von den beiden Künstlern so einiges ab. Speziell Deco nahm Messi unter seine Fittiche und führte ihn in die hohe Kunst des Freistoßschießens ein. Barfuß traten die Beiden gegen das Leder, um das optimale Gefühl für den Ball zu bekommen. Auf die Frage, ob dies nicht schmerzhaft sei, soll Messi geantwortet haben, dass es schuhlos eben einfach besser ginge.

Ronaldo vs. Messi: Duell erreicht nächste Ebene

In dieser Spielzeit darf sich Messi, nun mit den jeweils neuesten Kreationen der Schuhbranche an den Füßen, die Kugel zurechtlegen, wenn aus der Halbdistanz die Möglichkeit für einen direkten Freistoß gegeben ist. Der Erfolg gibt dem Trainer recht, denn bereits zweimal war Messi seitdem erfolgreich.

Zwei Treffer, die auch dem absoluten Platzhirsch in Sachen Freistoßkunst nicht entgehen konnten, denn Ronaldo sah beide Tore aus nächster Nähe. Sowohl in der Supercopa als auch der Liga waren die "Königlichen" die Leidtragenden der wiederentdeckten Stärke des Argentiniers.

Ronaldo, dem Perfektionisten, der den Freistoß zur Kunstform erhoben hat - vom Ablegen des Balles über das Abschreiten des Anlaufs bis zur breitbeinigen Stellung und dem perfekten Treffpunkt des Spielgeräts, wird dies nicht schmecken und ihn zugleich weiter antreiben, noch besser zu werden.

An seiner Schusstechnik, dem gefürchteten "Knuckle Shot" mit seiner unglaublichen Flugkurve, feilt der Portugiese nach Überlieferungen momentan schon bis zu 30 Minuten nach fast jedem Mannschaftstraining. Vermutlich wird man ihn bald noch häufiger mit der Freistoßmauer vor sich auf dem Trainingsgelände sehen.

Eines wird den sensiblen Superstar etwas beruhigen - der Blick auf die Leistungsdaten der beiden Ausnahmekönner zeigt Ronaldo mit 30 Freistoßtoren in seiner Karriere deutlich vor Messi mit zehn. Doch aktuell führt Messi (13) die Torschützenliste der spanischen Liga vor Ronaldo (11) an.

Allerdings gehört die unangefochtene Stellung Ronaldos als Freistoßschütze Nr. 1 bei Real Madrid wohl wegen fortgesetzter Erfolglosigkeit auch der Vergangenheit an: Beim Duell mit Borussia Dortmund war es Mesut Özil, der per Freistoß mit einem Traumtor für den Ausgleich sorgte - Ronaldo stand nur daneben. Sein Versuch blieb Minuten zuvor in der Dortmunder Mauer hängen.

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