Liga - Geht Mourinho? "Krieg der Meinungen" tobt

Es war eine merkwürdige Atmosphäre im altehrwürdigen Estadio Bernabeú. Während unten auf dem Rasen das Starensemble von Real Madrid seiner Pokalpflicht gegen Drittligist CD Alcoyano (3:0) nachkam, entwickelte sich oben auf den Tribünen ein bizarres Duell der Madrider Fans. Denn es gibt ein Thema, das wie ein Riss durch die Real-Anhängerschaft geht: José Mourinho!

Als die "Fondo Sur", die Südseite des Stadions, in der 16. Minute zum ersten Mal den Namen Mourinho skandierte, gab es Pfiffe aus vielen Ecken der Arena. Dasselbe Spiel wiederholte sich in der zweiten Halbzeit. "The Special One" ist nicht mehr unantastbar in Madrid. "Ein Krieg der Meinungen", wie es die Zeitung "As" formulierte, sorgt für Irritationen beim Klub, den Spielern und auch beim Trainer selbst.

PSG plant Doppelschlag

"Am Ende der Saison, wenn wir die Ergebnisse kennen, setzen wir uns ganz in Ruhe mit Präsident Florentino Pérez zusammen und analysieren die Situation." Für Mourinho-Verhältnisse eine geradezu defensive Aussage, die Spielraum für Spekulationen lässt. Vor allem Paris Saint-Germain wird immer häufiger mit dem exzentrischen Portugiesen, der in Madrid noch einen Vertrag bis 2016 hat, in Verbindung gebracht.

Mourinho, so stellt es die spanische Presse dar, sei bei Real Madrid zunehmend isoliert. Sowohl im Verhältnis zu einigen Spielern als mit der Vereinsführung um Pérez gebe es Differenzen. Und da kommt Jorge Mendes ins Spiel. PSG soll schon Kontakt zu dem Spielerberater gesucht haben, der sowohl Mourinho als auch Real-Superstar Cristiano Ronaldo zu seinen Klienten zählt. In Paris träumen sie von einem Doppelschlag: Mourinho und Ronaldo sollen verpflichtet werden, finanziell hat der Klub seit dem Einstieg des schwerreichen Geschäftsmanns Nasser Al-Khelaïfi die Möglichkeiten dazu.

"Mourinho wird lange warten müssen"

Und da Mourinho schon im Januar, als er ebenfalls in die Kritik geraten war, mit zweideutigen Erklärungen überraschte, wittert PSG Morgenluft. "Es kann sein, dass ich eines Tages darauf antworte, und dann sind sie es, die traurig sein werden", hatte der 49-Jährige denjenigen entgegengehalten, die seine Absetzung forderten - und damit auf seinen möglichen Abgang angespielt.

Derweil nimmt PSG-Coach Carlo Ancelotti die Personalie Mourinho so ernst, dass er sich zu seiner Kampfansage an seinen Kollegen veranlasst sah. "Ich sehe meine Zukunft hier und denke an keinen anderen Klub. Mourinho wird sehr lange warten müssen, denn ich fühle mich in der französischen Hauptstadt sehr wohl."

Ob sich Mourinho im Fall der Fälle davon abschrecken lässt?

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