Liga - Falcao: Der Beste der Welt

Er trifft und trifft und trifft. Atlético Madrids Falcao ist einer der effektivsten Angreifer Europas. Er spielte für River Plate in Argentinien, den FC Porto in Portugal und glänzt aktuell in der spanischen Hauptstadt. Zahlreiche Top-Klubs strecken ihre Fühler nach dem Stürmer aus. Die Frage lautet: Wo wird seine Reise hingehen? Ein englisches Team scheint die besten Karten zu haben.

"Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich mir selbst eine 9 oder eine 9,5 geben“, fasst Radamel Falcao Garcia Zárate, kurz Falcao, das zurückliegende Jahr zusammen.

Mit aktuell 17 Treffern in 16 Liga-Spielen und Tabellenplatz zwei mit Atlético Madrid in der Primera División hat er nachweislich allen Grund, stolz zu sein.

Es ist nicht das erste Jahr, in dem der Kolumbianer mit herausragenden Leistungen auf sich aufmerksam macht. Schon seit geraumer Zeit zählt er zu den besten Offensivkräften der Welt.

Komplizierter Start fern der Heimat

Bereits als 14-Jähriger wechselte Falcao aus seiner Heimat Kolumbien in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires zu Rekordmeister River Plate.

Nach einigen Lehrjahren in der Jugend-Abteilung des Vereins feierte er 2005 sein Debüt im A-Kader. Im ersten Spiel traf Falcao doppelt und überzeugte in der Folge mit sieben Treffern in sieben Spielen. Doch dann folgte das bittere Aus. Ein Riss des vorderen Kreuzbandes stoppte Falcaos rasanten Aufstieg und warf ihn weit zurück.

Vom Ehrgeiz gepackt, erzwang er seine Rückkehr auf den Platz zu früh und riss sich das Kreuzband ein zweites Mal. Knapp ein Jahr war der in Südamerika "El Tigre" genannte Stürmer zum Zuschauen gezwungen. "Ich war down, habe mich immer gefragt, warum Gott mir das angetan hat“, berichtet Falcao von der wohl schwierigsten Phase seiner Karriere.

Nach zahlreichen Comeback-Versuchen fand er 2007 zu alter Stärke zurück, wurde mit 45 Toren in 109 Spielen zu "Rivers" Top-Torjäger und gewann im folgenden Jahr den argentinischen Clausura-Titel.

Falcao besiegt Klinsmann

Falcaos Entwicklung blieb nicht lange unbemerkt. Im Jahr 2009 sicherte sich der FC Porto für umgerechnet 5,4 Millionen Euro die Dienste des Angreifers. In Europa angekommen, lief Falcao zu absoluter Hochform auf. Für die Portugiesen erzielte er wettbewerbsübergreifend 34 Treffer in 42 Spielen und sicherte seiner Mannschaft fast im Alleingang die Meisterschaft in der heimischen SuperLiga.

Im folgenden Jahr wiederholte Falcao das Kunstück nicht nur, sondern sorgte mit 39 Toren, dem Gewinn der Meisterschaft, des Pokals und des Europa-League-Titels für das kleine europäische Triple. Insbesondere auf europäischer Bühne zeigte Falcao sein ganzes Können und knackte mit 17 Toren in 14 Spielen den 15 Jahre alten Rekord von Jürgen Klinsmann (15 Treffer).

"Was will man mehr vom Leben?"

Innerhalb weniger Monate wurde Falcao zu einem der begehrtesten Stürmer Europas. Der nächste Karriereschritt folgte im Sommer 2011. Für die höchste Transfersumme, die Atlético Madrid jemals für einen Spieler gezahlt hatte, wechselte Falcao in die spanische Primera División.

Dort holte der beidfüßige Mittelstürmer, als erster Spieler der Fußball-Historie, zum zweiten Mal in Folge, den Europa-League-Titel mit zwei verschiedenen Teams. Gleichzeitig gelang ihm das Kunststück, wiederholt Torschützenkönig des Wettbewerbs zu werden. "Was will man mehr vom Leben? Ich kann es nicht glauben, aber ich danke Gott", zeigte sich Falcao nach seinem Doppelpack im Finale gegen Atletic Bilbao für den gelungenen Einstand dankbar.

Champions League ist Pflicht

Nach dem gewonnenen Supercup-Finale gegen den FC Chelsea schien Vereinsboss Miguel Angel Gil Marin bereits zu ahnen, dass es schwierig werden könnte Falcao lange in der spanischen Hauptstadt zu halten: "Es gibt Falcao nur einmal. Und er gehört uns. Wenn wir im nächsten Jahr jedoch nicht Champions League spielen, können wir nicht das bezahlen, was Falcao verlangt."

Ob Falcao den Verein verlassen wird, ist fraglich. Denn aktuell befindet sich Atlético auf dem besten Weg zurück in die "Königsklasse". Doch Gil Marin sieht den Verein in der Schuld und würde seinem Angreifer keine Steine in den Weg legen. "Wir haben eine Abmachung getroffen. Wir werden die beste Entscheidung für beide Parteien treffen und ihn wo es nur geht unterstützen. Das hat er sich verdient."

Aktuell arbeitet der FC Chelsea an einer Verpflichtung des Angreifers. Der Abramovich-Klub ist bereit, die geforderte Ablöse in Höhe von 60 Millionen Euro zu leisten. Falcao selbst soll der Aufenthalt an der Stamford Bridge mit einem Jahresgehalt in Höhe von zwölf Millionen Euro versüßt werden. Damit würde er auf direktem Weg zum Top-Verdiener der Engländer aufsteigen.

Messi hätte richtig Lust

Doch auch andere Spitzenteams würden von einer Verpflichtung profitieren. "Ich würde gern mit Falcao zusammen spielen. Er ist ein großartiger Spieler und befindet sich auf einem enorm hohen Niveau. Er hat bereits fast alles gewonnen und ist das Aushängeschild des kolumbianischen Fußballs", lobt Barcelonas Lionel Messi den "König der Europa League" vielsagend.

Falcao beim FC Barcelona? Diese Überlegung hätte durchaus Charme. Dass er nicht schon längst bei einem der besten Klubs Europas auf Torejagd geht gleicht ohnehin einem kleinen Wunder im schnelllebigen Fußball-Business. Wenn man sich seine Vita betrachtet, mit dieser Quantität und Qualität an Toren sowie den brutalen Rückschlägen durch schwere Verletzungen, dann könnte man meinen, hier stünde ein Altmeister vor der entscheidenden Unterschrift eines letzten großen Vertrages.

Doch das aktuelle Alter des Stürmers passt zu den atemberaubenden Daten einer fantastischen Karriere: Falcao, der vielleicht beste Stoßstürmer der Welt, ist erst 26.

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