Liga - Ärger um Messi: Ausraster im Parkhaus

Lionel Messi wird für seine zurückhaltende Art allerorts geschätzt und verehrt. Im Anschluss an den "Clásico" zeigte der Superstar jedoch, dass er sehr wohl auch anders kann. Der vierfache Weltfußballer soll Berichten aus Madrid zufolge zunächst Reals Co-Trainer Aitor Karanka beleidigt haben, um sich danach ein heftiges Wortgefecht mit Alvaro Arbeloa zu liefern.

Auf dem Rasen des Estadio Santiago Bernabéu geriet Messi bereits während der Partie mit Xabi Alonso und Alvaro Arbeloa aneinander. Nach einer umstrittenen Szene an der Außenlinie (77. Minute) provozierten die Real-Spieler den kleinen Argentinier jeweils mit einem Klapps auf die Wange.

Den sonst so ruhigen Messi brachte der "Doppel-Tättschler", den er in weniger als drei Sekunden hatte hinnehmen müssen, so sehr auf die Palme, dass er sich lautstark beim Schiedsrichter beschwerte. Dessen Pfeife blieb stumm, weshalb sich Messi in der Folge nur sehr schwer beruhigen ließ.

"Du bist nicht mehr als Mourinhos Püppchen"

Messis Unmut bekam zunächst Reals Co-Trainer Karanka und im Anschluss daran Verteidiger Arbeloa zu spüren. Als Karanka nach Abpfiff der Partie den Kontakt zu Messi suchte, reagierte dieser abfällig und dünnhäutig: "Was schaust Du so? Sei still! Du bist doch nicht mehr als Mourinhos Püppchen."

Madrids Mittelfeldspieler José Callejón bezeugt diesen Vorgang auf einer eigens vom Verein einberufenen Pressekonferenz. "Ja, es stimmt: Messi hat Karanka 'Mourinhos Püppchen' genannt. Ich habe den Zwischenfall mitbekommen, weil ich direkt hinter ihnen war. Ob er noch irgendwas anderes gesagt hat, kann ich nicht sagen."

Showdown im Parkhaus

Im Anschluss an den intensiven Disput mit dem Real-Co. soll der Argentinier laut einem Bericht der als Real-freundlich geltenden "Marca" im Parkhaus des Stadions auf Abwehrspieler Arbeloa gewartet haben. Auch das will Callejón mitbekommen haben und bestätigt ein lautstarkes Wortgefecht.

Messi hat den Real-Verteidiger demnach offen und direkt als "dummen Idioten" tituliert und weitere, heftigere Beleidigungen folgen lassen. Dabei soll er so aggressiv vorgegangen sein, dass Arbeloas schwangere Frau, die an der Seite ihres Mannes weilte, regelrecht schockiert über das Verhalten des Argentiniers gewesen sein muss. "Was ist sein Problem?", habe sie ihren Mann verwundert gefragt, berichtet die "AS".

Barca-Kollegen sollen daraufhin herbeigeeilt sein, um Messi persönlich zur Ruhe zu bringen.

Callejón als moralische Instanz

Callejón möchte kein Öl ins Feuer gießen und resümiert: "Auf dem Platz geht es manchmal hoch her und wir verstehen, warum Leute Sachen sagen, die sie später bereuen. Aber dass ein anderer Profi über eine Stunde wartet, um dann einen Mann zusammen mit seiner Ehefrau zu beleidigen, das geht etwas zu weit. Die guten Typen sind nicht immer gut, die schlechten Typen nicht immer schlecht."

Und so fragt man sich, ob Messi noch ganz andere Seiten hat, von denen er der Welt noch nichts gezeigt hat. In der Partie beim FC Valencia am Sonntag (ab 19:00 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de) sollte er nicht nur an seinem Benehmen, sondern auch an der Chancenverwertung arbeiten. Nach zahlreichen nicht genutzten Gelegenheiten im Clásico, gilt das ausnahmsweise tatsächlich auch für Messi.

Übrigens: Aus Barcelona oder gar von Messi selbst gab es bislang keine Stellungnahme zu dem Vorfall.

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