Leichtathletik - Olympia-Held unter Terrorverdacht

Der Ruhm seiner beiden Olympia-Goldmedaillen hat sich nicht besonders weit herumgesprochen, wie Großbritanniens Gold-Held Mo Farah leidvoll erfahren musste. Bei der Einreise in die Vereinigten Staaten von Amerika wurde der Langstrecken-Läufer, der seine Landsleute mit zwei Siegen bei den Spielen von London begeisterte, wegen des Verdachts auf Terrorismus von Grenzbeamten verhört.

Farah, der in Somalia geboren wurde und im Alter von acht Jahren mit seinem Vater nach Großbritannien auswanderte, wurde auf dem Weg zur Familien-Weihnachtsfeier in Portland (US-Bundesstaat Oregon) festgehalten.

"Ich konnte das nicht glauben", sagte Farah der "Sun". "Wegen meiner somalischen Herkunft werde ich an der Grenze jedes Mal aufgehalten."

Nun versuchte der Olympiasieger über 5.000 und 10.000 Meter, seine internationale Bekanntheit zu nutzen, um die Beamten davon zu überzeugen, ihn ins Land zu lassen. "Dieses Mal habe ich sogar meine Medaillen herausgeholt, um ihnen zu zeigen, wer ich bin", sagte der 29-Jährige. Der Effekt hielt sich in Grenzen.

Schon bei seiner Bewerbung um einen dauerhaften Wohnsitz in den USA, wo Farah mit seinem Trainer arbeitet, gab es Probleme. Die Beamten bestanden nach einem Kurzaufenthalt mit Touristenvisum darauf, dass Farah das Land wegen des Verdachts der terroristischen Bedrohung für 90 Tage verlassen müsse. Erst ein Anruf seines Trainers Alberto Salazar bei einem Freund, der für das FBI arbeitet und noch dazu ein großer Leichtathletik-Fan ist, beendete die Querelen für Farah.

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