Langstrecken-Team überzeugtbei EM

Mit dreimal Silber und einmal Bronze hat das Langstrecken-Team des Deutschen Schwimm-Verbandes bei den Europameisterschaften in Piombino in Italien die Vorgabe erfüllt - nur Gold fehlte zum Glück. Andreas Waschburger sorgte mit Platz zwei über fünf Kilometer für die vierte Medaille.

Zugleich war es seine dritte nach Silber über zehn Kilometer und Bronze im Team-Wettbewerb über fünf Kilometer zusammen mit dem Olympia-Zweiten Thomas Lurz und der Mainzerin Angela Maurer. Die Olympia-Fünfte Maurer hatte über zehn Kilometer ebenfalls Silber gewonnen.

"Nach einer langen Saison mit Olympischen Spielen als Höhepunkt, haben wir uns hier ordentlich verkauft", lautete das Fazit von Stefan Lurz als zuständigem DSV-Bundestrainer im Freiwasserschwimmen. "Wir hätten gerne Gold gehabt, das hat nicht geklappt, aber wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren." Großes Lob gab es von ihm für den Saarbrücker Waschburger, der überhaupt erstmals Medaillen bei einer internationalen Meisterschaft ergatterte.

Maurer und Waschburger angeschlagen

Angesichts der Weltcup-Rennen in Hongkong (7. Oktober) und Shantou in China (14. Oktober) verzichteten Maurer und Waschburger wegen leichter Blessuren auf einen Start über die abschließenden 25 Kilometer. Auch der Wiesbadener Christian Reichert meldete sich wegen eines verdrehten Nackens ab. Thomas Lurz war bereits am Samstagabend wegen Sponsorenterminen nach Hause geflogen. Die Wiesbadener Alexander Studzinski und die Berlinerin Josephine Paschke sprangen am Sonntag zwar ins Wasser, mussten aber aufgeben.

Den Titel über die 25 Kilometer holte sich der bulgarische Weltmeister Petar Stoychew, Bei den Frauen setzte sich wie im Vorjahr Alice Franco aus Italien durch. Die fünf Kilometer hatte der Russe Kirill Abrossimow für sich entschieden. Er hatte auch schon über zehn Kilometer gesiegt. Die Italienerin Rachele Bruni verteidigte über die fünf Kilometer ihren Titel erfolgreich.

Am Scheideweg: Laufbahn oder Karriere

Offen ist derzeit, ob der 32 Jahre alte Thomas Lurz seine Laufbahn fortsetzt oder sich mehr um seine berufliche Zukunft kümmert. Auch die fünf Jahre ältere Angela Maurer steht am Scheideweg. Nach den Weltcuprennen stehen für sie bei der Ausbildung zur Polizeikommissarin Prüfungen an. Danach strebt sie die Aufnahme in die Sportfördergruppe der Polizei in Hessen an. "Wird sie aufgenommen, macht sie weiter, wenn nicht, wird dies kaum gehen", kündigte ihr Trainer und Lebenspartner Nikolai Evseev an.

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