Lake Louise - Höfl-Riesch: Hohe Ambitionen in "Lake Lindsey"

Modisch reicht es für Maria Höfl-Riesch dieser Tage wieder einmal spielerisch für das "Stockerl". Selbst der Schreiber des offiziellen Twitteraccounts des Ski-Weltverbandes FIS ("fisalpine") schwärmt von ihren "Wahnsinns-Winterstiefeln". Auf dem dazu verlinkten Bild zeigt Höfl-Riesch, mit lila Sponsoren-Mütze und pinkfarbenem Ski-Anorak, lächelnd ihre schwarzen Boots.

Diese sind, mit schwarzem Fell bespannt, ein echter Hingucker. Meint zumindest die FIS. Doch auch sportlich zeigte Höfl-Riesch zuletzt auf: Sie ist eine der Favoritinnen bei den ersten Speed-Rennen des Winters.

Diese finden in Lake Louise/Kanada statt, wo Höfl-Riesch bereits drei Mal gewann und weitere fünf Mal auf dem "Stockerl" stand. "Sie kann in beiden Disziplinen auf das Podest fahren", sagt Cheftrainer Tom Stauffer über die Aussichten seiner Top-Athletin bei den beiden Abfahrten am Freitag und Samstag sowie beim Super-G am Sonntag.

Die 28-Jährige freut sich auf die Rennen: "Die Strecke liegt mir, es macht immer sehr viel Spaß, dort zu fahren." Das bewies sie in den ersten Trainings, wo sie als Zweite und Dritte gute Form zeigte. Zum Abschluss erreichte sie mit Rang sechs ein weiteres Top-Resultat.

Vonn mit Weltrekord in Lake Louise

Höfl-Riesch will "alles versuchen, um auf das Podest zu kommen". Um dort ganz oben zu stehen, braucht sie in "Lake Lindsey" aber wohl auch etwas Glück. Der Ski-Ort in den Rocky Mountains ist so etwas wie das "Wohnzimmer" ihrer Dauer-Rivalin Lindsey Vonn. Die gewann da bereits elf Rennen - Weltrekord für einen Weltcup-Standort. In der vergangenen Saison holte Vonn auf der "Men's Olympic" das Triple. Und im ersten Training war sie auch gleich wieder Schnellste - und das, obwohl sie nach ihrer Darm-Erkrankung geschwächt sein müsste.

In Aspen, beim Riesenslalom am vergangenen Samstag, war sie das noch. Völlig entkräftet war Vonn da auf Platz 21 gefahren, auf den Slalom tags darauf verzichtete sie. Jetzt scheint Vonn das Gröbste überstanden zu haben. Im zweiten Training sparte sie Kräfte und fuhr aufrecht mit neuntbester Zeit knapp eine Sekunde hinter Höfl-Riesch ins Ziel, das Abschlusstraining ließ sie aus.

Vonn hält sich noch zurück

"Ich habe in ein paar Kurven mit der Linie gespielt, auch mit den Skiern was gemacht. Es ist nur Training, ich bin nur siebzig Prozent gefahren", sagte Vonn. Mit der Linie gespielt - nach einer mysteriösen Erkrankung samt Krankenhausaufenthalt? Puh!

Entsprechend groß ist der Respekt der Konkurrenz. "Lindsey Vonn ist im Speedbereich ja generell schwer zu schlagen, und speziell in Lake Louise wird es sicher nicht leicht, an sie ranzukommen", sagt Höfl-Riesch. Sie wolle es dennoch versuchen, ergänzt sie.

Modisch, das immerhin, ist Höfl-Riesch ihrer Freundin derzeit einen Stiefel-Schritt voraus.

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