Labre in Le Mans: Leconte verspricht Überraschungen

In der Saison 2012 war Labre in der GTE-Am-Klasse die klare Nummer eins. Das französische Team gewann nicht nur in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) die Gesamtwertung der Kategorie, sondern mit den Piloten Patrick Bornhauser, Julien Canal und Pedro Lamy auch die Klassenwertung bei den 24 Stunden von Le Mans. An diese Erfolge möchte das Team in diesem Jahr anknüpfen, den 2013 ist in vielfacher Hinsicht für Labre kein Jahr wie jedes andere.

"Es ist ein besonderes Jahr. Es ist das 90-jährige Jubiläum der 24 Stunden von Le Mans, das 25-jährige Bestehen von Labre und unsere 20. Teilnahmen am Rennen", sagt Teamchef Jack Leconte gegenüber '24h-lemans.com'. "In sportlicher Hinsicht ist des gut, dass es in diesem Jahr mehr Mitbewerber in der GTE-Am gibt. Es wird ein harter Kampf", blickt der Franzose voraus. In diesem Jahr sind zehn Fahrzeuge in der Klasse gemeldet, im Vorjahr waren es nur sieben.

Nachdem das Team im Vorjahr in Le Mans zwei Corvette in der GTE-Am-Klasse eingesetzt hatte, wird 2013 von Labre entgegen der ersten Meldung nur ein Fahrzeug einsetzen. Es habe, so Leconte, verschiedene Anfragen zum Einsatz einer zweite Corvette gegeben: "Aber trotz aller sportlichen Ambitionen war klar, dass diese Projekte wirtschaftliche Schwächen hatten. In Le Mans sollte kein Mittelmaß antreten, zumindest nicht unter unserem Namen", stellt der Franzose den Anspruch seines Rennstalls klar.

Während Labre, die 1993 gleich bei ihrer ersten Teilnahme in Le Mans die GT-Klasse gewonnen hatten, in der Vergangenheit auch immer wieder Werksteams herausfordern konnte, sei dies heutzutage nicht mehr möglich. Dabei hatte Leconte im vergangenen Jahr ursprünglich darauf spekuliert: "Das ist ein bisschen enttäuschend, denn wir hatten gehofft in der GTE-Pro fahren zu können. 2012 war alles auf den Gewinn des WEC-Titels und den Sieg in Le Mans ausgerichtet."

"Wir wollten die Farben von Corvette in der Weltmeisterschaft vertreten, aber ein solches Programm erfordert auch bei einem großen Hersteller ein großes Budget", so Leconte. Nachdem sich Corvette gegen einen Werkseinsatz in der GTE-Pro entschieden hatte, musste Labre umdisponieren und in die Amateurklasse wechseln, wo Gentlemen-Fahrer einen wesentlichen Anteil an der Finanzierung der Einsätze tragen: "Aber wir können uns nicht beschweren, Corvette hat uns in der GTE-Am unterstützt", sagt der Teamchef.

Für die diesjährige Auflage der 24 Stunden von Le Mans verspricht Leconte eine Überraschung: "Vielleicht amerikanische Fahrer. Das Motiv sind Stars and Stripes ...", bleibt der Franzose jedoch wage. Das neue Auto nahm das Team gestern in Detroit in Empfang, nun beginnt die Vorbereitung auf den Saisonstart der WEC am 14. April in Silverstone. Im kommenden Jahr möchte Labre eventuell das Nachfolgemodell der aktuellen Corvette an den Start bringen: "Wir untersuchen derzeit den Einsatz einer C7.R im kommenden Jahr", so Leconte, der sich darauf aber nicht festlegen will: "Labre steht es völlig frei, eine bessere Kombination zu suchen."

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