Kurzbahn Weltmeisterschaften - Gold für Steffen und Biedermann

Schwimmstar Britta Steffen hat das erste WM-Gold ihrer Karriere auf der Kurzbahn gewonnen. Die 29-Jährige aus Berlin setzte sich in Istanbul über 100 m Freistil in Weltjahresbestzeit von 52,31 Sekunden vor der Amerikanerin Megan Romano (52,48) und der Chinesin Tang Yi (52,73) durch. Steffens Teamkollegin Daniela Schreiber schrammte als Vierte (53,05) knapp am Podest vorbei.

"Ich bin sehr glücklich, dass ich hier gewinnen konnte, obwohl ich mich gar nicht so gut gefühlt habe wie bei den Weltcups", sagte eine zufriedene Steffen. Das Feld sei zwar international nicht so gut besetzt gewesen, "aber man kann nur die schlagen, die da sind. Deswegen bin ich stolz auf mich." Schreiber haderte etwas mit dem undankbaren vierten Rang: "Ich hatte noch nie so eine große Chance auf eine Medaille wie in diesem Jahr."

Steffen sorgte mit ihrem Triumph für den ersten WM-Titel einer deutschen 100-m-Freistilschwimmerin in der 19-jährigen Geschichte von Kurzbahn-Weltmeisterschaften. Die zweimalige Weltmeisterin von 2009 hat in Istanbul auch noch über die halbe Distanz eine Goldchance.

Gold!Biedermann macht Medaillensatz komplett

Nur kurze Zeit nach Steffens Erfolg gelang Paul Biedermann ein versöhnlicher Abschluss eines sportlich ansonsten enttäuschenden Jahres 2012 . Der 26-Jährige holte Gold über 400 m Freistil in Saisonbestzeit von 3:39,15 Minuten und verteidigte damit seinen Titel von 2010 erfolgreich. Zweiter wurde überraschend der erst 17-jährige Chinese Hao Yun (3:39,48) vor dem Dänen Mads Glaesner (3:40,09).

"Ich freue mich über den Titel, auch wenn die Zeit nicht so dolle war", sagte Biedermann, dem der Rennverlauf wie auf den Leib geschneidert war: "Die anderen sind nicht zu schnell angegangen, deswegen konnte ich am Ende den Turbo auspacken."

Biedermann machte damit am Bosporus auch seinen Medaillensatz komplett. Zuvor war der Weltrekordler im Einzelfinale über die halbe Distanz zu Silber und mit der 4x200-m-Freistilstaffel zu Bronze geschwommen.

Der Freund von Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen hatte aber schon im Vorfeld betont, er müsse in Istanbul schon "zweimal Weltmeister werden und zweimal Weltrekord schwimmen", um seinen medaillenlosen Auftritt bei Olympia in London zu verdauen.

Lochte sorgt für Paukenschlag

Schwimm-Superstar Ryan Lochte hat am dritten Wettkampftag aus internationaler Sicht für das sportliche Highlight gesorgt. Der fünfmalige Olympiasieger aus den USA gewann den WM-Titel über 200 m Lagen in Weltrekordzeit von 1:49,63 Minuten. Damit blieb Lochte um 45 Hundertstelsekunden unter seiner eigenen Bestmarke, die er bei der Kurzbahn-WM vor zwei Jahren in Dubai aufgestellt hatte. Für den 28-Jährigen war es bereits das vierte Gold bei den Titelkämpfen am Bosporus.

Marco Koch belegte im Finale über 200 m Brust in deutscher Rekordzeit den siebten Platz. Der Darmstädter schlug in 2:03,68 Minuten an und war damit nochmal um 27 Hunderstelsekunden schneller als bei seiner im Vorlauf aufgestellten Bestmarke (2:03,95). Es gewann der ungarische Weltrekordler Daniel Gyurta (2:01,35).

Die deutsche 4x100-m-Lagenstaffel der Frauen hat trotz deutscher Rekordzeit eine Medaille klar verpasst. Das Quartett mit Jenny Mensing, Caroline Ruhnau, Paulina Schmiedel und Schlussschwimmerin Britta Steffen landete in 3:56,85 Minuten abgeschlagen auf Platz acht. WM-Gold holte Dänemark vor Australien und den USA.

Verfolgen Sie dieses Event im Eurosport Player - nächster Sendetermin: Samstag, 15. Dezember, 09:00 bis 10:45 Uhr.

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen