Kurzbahn Weltmeisterschaften - Bundestrainer im Anflug, Staffel holt Bronze

Einen Tag vor der offiziellen Vorstellung des neuen Bundestrainers haben sich die deutschen Schwimmer bei der Kurzbahn-WM in Istanbul von ihrer besten Seite gezeigt. Für das Glanzlicht sorgte am zweiten Wettkampftag die 4x200-m-Freistilstaffel der Männer mit Weltrekordler Paul Biedermann, die in deutscher Rekordzeit von 6:53,22 Minuten Bronze gewann - die erste Staffelmedaille seit zwölf Jahren.

Am Freitagmorgen wird DSV-Präsidentin Christa Thiel den neuen Bundestrainer im Rahmen einer Pressekonferenz in Istanbul vorstellen. Schon seit Montag ist bekannt, dass es sich dabei um den Essener Henning Lambertz handeln soll.

Dem Nachfolger des vor einem Jahr entlassenen Dirk Lange werden sicher die Staffeln am Herzen liegen, deshalb hatte er am Donnerstag allen Grund zur Freude. Das Quartett mit Startschwimmer Biedermann (Halle), Dimitri Colupaev (Mainz), Christoph Fildebrandt (Wuppertal) und Yannick Lebherz (Potsdam) wurde über 4x200 m Dritter und verbesserte den bei der WM vor zwei Jahren in Dubai aufgestellten deutschen Kurzbahn-Rekord. Gold sicherte sich die USA vor Australien.

"Wir sind sehr glücklich mit Bronze, das ist mehr, als wir erwartet haben. Jeder hat im Vergleich zum Vorlauf nochmal etwas draufgepackt", sagte Biedermann: "Diese Staffel hat Potenzial und kann es auch ausschöpfen."

Der Hallenser, der zum Auftakt am Mittwoch im Einzelrennen zu Silber hinter dem fünfmaligen Olympiasieger Ryan Lochte geschwommen war, verlor als Startschwimmer trotz Saisonbestleistung (1:41,93) aber erneut das direkte Duell gegen den überragenden Amerikaner.

"Im Finale muss ich zulegen"

Während Biedermann damit schon zweimal Edelmetall gewonnen hat, greift seine Freundin Britta Steffen im Finale am Freitag über 100 m Freistil erstmals nach einer Medaille. Im Halbfinale schlug die Doppel-Olympiasiegerin von 2008 in 53,09 Sekunden als Zweitschnellste an und war mit ihrer Zeit überhaupt nicht zufrieden.

"53,0 - das ist nichts. Da muss ich im Finale noch zulegen", sagte Steffen und erklärte: "Mir fehlt ein wenig Motivation, wenn ich im Semifinale gut unterwegs bin. Dann will ich nicht alle Karten auf den Tisch legen."

Auch Schreiber haderte mit ihrer Zeit, war aber mit dem Finaleinzug angesichts ihrer gesundheitlichen Probleme dennoch zufrieden. "Seit dem ersten Tag habe ich hier starke Luftprobleme, was durch mein Asthma noch verstärkt wird", sagte die 23-Jährige.

Der Cottbuser Christian Diener belegte im Finale über 100 m Rücken zwar nur den achten Platz (51,27), doch die Freude über das Erreichen der Top-Acht konnte dem 19-Jährigen keiner nehmen. "Ein geiles Gefühl, so berauschend", sagte ein alles andere als enttäuschter Diener. Schon im Halbfinale hatte er in 51,06 Sekunden seine persönliche Bestzeit um knapp eine halbe Sekunde verbessert.

Einen weiteren Finaleinzug für den DSV machte Theresa Michalak perfekt. Die Hallenserin erreichte als Halbfinal-Achte über 100 m Lagen (59,81) aber nur knapp den Endlauf am Freitagabend.

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