Klingenthal - Frenzel mit "Hattrick" zu Gelb

Überflieger Eric Frenzel hat auch beim Heimspiel keine Zweifel an seiner derzeitigen Ausnahmestellung aufkommen lassen: Der Kombinations-Weltmeister aus Oberhof stürmte in Klingenthal zu seinem dritten Sieg in Serie und schlüpfte vor 10.000 begeisterten Fans dreieinhalb Wochen vor WM-Beginn endgültig in die Rolle des Topfavoriten und das Gelbe Trikot des Weltcup-Führenden.

Tino Edelmann (Zella-Mehlis) machte als Zweiter mit 10,4 Sekunden Rückstand einen deutschen Doppelerfolg perfekt.

"Die Erleichterung ist riesig, das war alles andere als einfach heute. Am Morgen war ich so aufgeregt wie lange nicht mehr. Aber es waren eben so viele Freunde und Verwandte hier. Da ist ein Sieg hier etwas ganz Besonderes", sagte der 24-Jährige, der am 20. Januar 2008 an gleicher Stelle seinen ersten Weltcupsieg eingefahren hatte.

Am gleichen Tag hatte Ronny Ackermann in einem zweiten Wettbewerb für den bislang letzten deutschen Sieg bei einem Heim-Weltcup gesorgt.

Duell um Weltcup-Krone

Frenzel, der seinen insgesamt sechsten Weltcup-Sieg feierte, übernahm zudem die Führung im Gesamtweltcup, da der bislang führende Franzose Jason Lamy Chappuis nur auf Platz fünf kam und nun zwei Punkte hinter dem deutschen Triumphator liegt. Der zuvor zweitplatzierte Norweger Magnus Moan belegte trotz der Abwesenheit der Top-Athleten aus Finnland, Japan und Italien gar nur Rang zwölf.

Das ausgedünnte Starterfeld nutzten die DSV-Athleten zu einem tadellosen Mannschaftsergebnis: Johannes Rydzek als Siebter, Janis Morweiser (beide Oberstdorf) als Achter und Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) auf Platz zehn schafften es ebenfalls unter die besten Zehn.

"Wir haben einen Lauf"

"Es läuft zurzeit wie geschmiert. Wir haben einen Lauf, für den wir aber auch lange gekämpft haben", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch: "Jetzt ist das Selbstvertrauen da, die Selbstverständlichkeit." Dass die überragende Form von Frenzel und Edelmann im WM-Winter zu früh kommen könnte, glaubt Weinbuch indes nicht: "Wir sollten jetzt die Erfolge genießen und nicht spekulieren. Wir haben noch Reserven."

Frenzel war nach einem Sprung auf 132,5 m bereits als Führender in die Loipe gegangen, Edelmann und die beiden Österreicher Wilhelm Denifl und Bernhard Gruber liefen aber schnell auf. Die Gruppe blieb bis in die Schlussrunde zusammen.

"Eric wird am letzten langen Anstieg angreifen und wegspringen", prophezeite Weinbuch - und lag goldrichtig. Während Frenzel schnell 20, 30 Meter Vorsprung herauslief, hielt Edelmann die beiden Österreicher auf Distanz. Denifl durfte sich immerhin mit Platz drei trösten.

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