Kampfsport - Mirsajew-Urteil erhitzt Gemüter

Es war eine Entscheidung, über die noch kontrovers diskutiert werden wird. Der ehemalige Kampfsport-Weltmeister Rasul Mirsajew wurde vor einem Gericht in Moskau schuldig gesprochen, einen Studenten mit einem Faustschlag getötet zu haben. Das Erstaunliche daran: Mirsajew wurde noch im Gerichtssaal freigelassen.

Nach der Urteilsverkündung entrüsteten sich Zuschauer. "Schande", riefen sie und machten ihrem Unmut damit Luft.

Mirsajew hatte den russischen Studenten im August 2011 bei einem Streit vor einer Disco niedergeschlagen. Der aus der Republik Dagestan stammende Mirsajew gab die Tat zu und bat gleichzeitig darum, ihn bei der Urteilsfindung nicht als Kaukasier, sondern als Russen, zu betrachten. Schließlich habe er immer für Russland gekämpft.

Die Strafe - die bisherige, mehr als einjährige Untersuchungshaft sowie die Auflage, seine Heimatregion Kisljarsk zwei Jahre nicht verlassen zu dürfen - wird von vielen Russen als zu mild bewertet.

Die Staatsanwaltschaft selbst hatte allerdings die Anklage abgeschwächt. Es sei nicht erwiesen, dass tatsächlich der Schlag allein schon tödlich gewesen sei oder ob der Aufprall auf dem Boden mitwirkte.

Nun gibt es Befürchtungen, dass der Fall Mirsajew die Differenzen zwischen Russen und Kaukasiern - vor zwei Jahren gab es schwere Unruhen in Moskau - weiter befeuert.

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