Handball - Mit Unbekümmertheit die Welt erobern

Jugend forscht: Wenn sich die deutschen Handballer am Donnerstag in der Sportschule Steinbach zu ihrem ersten WM-Vorbereitungslehrgang treffen, beginnt für sie eine Reise ins Ungewisse. Nach den Absagen einiger Leistungsträger setzt Bundestrainer Martin Heuberger verstärkt auf den Nachwuchs. "Ich weiß um die Stärken dieser jungen Garde", sagt Heuberger.

Der Ärger um die verletzungsbedingte Absage des Flensburgers Holger Glandorf ist verraucht. Die schmerzhaften Ausfälle von Uwe Gensheimer und Lars Kaufmann sind abgehakt. Die volle Konzentration gilt der intensiven Vorbereitung auf die WM in Spanien (11. bis 27. Januar). In Steinbach sollen die ersten Grundlagen für ein erfolgreiches Abschneiden gelegt werden. "Dort werden wir auch über unsere genaue Zielstellung sprechen", meint Heuberger. Das Achtelfinale ist trotz der Ausfälle das Minimalziel der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).

Die Voraussetzungen könnten aber besser sein. Am zweiten Weihnachtsfeiertag verfolgte der Bundestrainer den 19. Spieltag der Bundesliga mit gemischten Gefühlen. Einen weiteren verletzten Nationalspieler kann er nicht gebrauchen. Zumal Rückraum-Hoffnung Sven-Sören Christophersen von den Füchsen Berlin nach seinem Außenbandanriss im Knie auch noch nicht richtig fit ist.

Kurze Zeit zur Vorbereitung

So rückt der Nachwuchs in den Fokus. Steffen Fäth (22), Patrick Wiencek (23), Patrick Groetzki (23), Kevin Schmidt (24) und Tobias Reichmann (24) sollen gemeinsam mit den erfahrenen Akteuren nach zahlreichen Enttäuschungen in den vergangenen Jahren die DHB-Auswahl wieder in die Erfolgsspur führen.

17 Akteure umfasst Heubergers vorläufiges WM-Aufgebot. Seinen maximal 16 Spieler umfassenden WM-Kader muss Heuberger erst am 11. Januar benennen. Tags darauf beginnt das WM-Abenteuer mit der Begegnung in Granollers gegen Brasilien. Weitere Vorrundengegner sind Titelverteidiger Frankreich, Argentinien, Montenegro und Tunesien. Die ersten vier Teams erreichen das Achtelfinale. "Wir brauchen eine starke Leistung in der Abwehr und starke Torhüter. Im Angriff wollen wir über das Kollektiv zum Erfolg kommen", beschreibt Heuberger seine Vorstellungen.

Die Vorbereitungszeit ist kurz. Bis Sonntag ist die DHB-Auswahl in Steinbach zusammen. Nach zwei freien Tagen beginnt am 2. Januar der zweite Lehrgang. Länderspiele stehen gegen den Olympia-Zweiten Schweden in Växjö (3. Januar) und Hamburg (5. Januar) an. Die WM-Generalprobe erfolgt am 9. Januar in Stuttgart gegen Rumänien. "Wichtig ist für uns, dass wir Selbstvertrauen sammeln. Das hat zuletzt gelitten, aber wir wollen es uns in der Vorbereitung zurückholen", sagt Heuberger.

Der Vorbereitungsplan der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) im Überblick:

27. bis 30. Dezember: Lehrgang in Steinbach

2. bis 5. Januar: Lehrgang mit Länderspielen

3. Januar (19.15 Uhr): Schweden - Deutschland in Växjö

5. Januar (15.45 Uhr): Deutschland - Schweden in Hamburg

7. bis 10. Januar: Lehrgang in Stuttgart

9. Januar (20.15 Uhr): Deutschland - Rumänien in Stuttgart

10. Januar: Abflug zur WM

11. Januar: endgültige Festlegung des WM-Kaders

12. Januar (16.00 Uhr), WM-Auftakt: Deutschland - Brasilien in Granollers

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen