Handball - Nächstes Erfolgserlebnis für DHB-Team

Die deutschen Handballer starten mit viel Rückenwind in ihr spanisches WM-Abenteuer. Drei Tage vor dem Turnierauftakt gegen Brasilien gewann die neu formierte Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger ihre Generalprobe gegen den viermaligen Weltmeister Rumänien mit 35:25 (19:12). Damit blieb der Weltmeister von 2007 auch im dritten Spiel des Jahres ungeschlagen.

Ohne ihre bei der WM fehlenden Leistungsträger Uwe Gensheimer, Holger Glandorf und Lars Kaufmann, dafür aber wieder mit Stammtorhüter Silvio Heinevetter und Abwehrchef Oliver Roggisch bot die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) eine engagierte Leistung und holte sich gegen das international bestenfalls noch zweitklassige rumänische Team Sicherheit für das bevorstehende Turnier.

Heuberger nutzte die Partie und gab seinem gesamten 16er-Kader Einsatzzeiten. Beste Torschützen der deutschen Mannschaft waren Dominik Klein und Adrian Pfahl mit jeweils fünf Toren.

"Das Ergebnis ist positiv, der Weg stimmt. Aber wir müssen jetzt auf dem Boden bleiben", sagte Heuberger: "Die Vorbereitung ist passé, dafür können wir uns nichts kaufen. Am Samstag gilt's." Kapitän Roggisch bemängelte: "Die Abwehr war heute nicht so aggressiv. Das können wir viel besser, das wird auch am Samstag ganz anders aussehen."

Holprige Anfangsphase

Dabei schaute Heuberger in der Anfangsphase der Partie äußerst grimmig drein. Die nachlässige Abwehrarbeit seiner favorisierten 6:0-Deckungsformation quittierte er mit rollenden Augen, und nach Fehlwürfen schüttelte er immer wieder den Kopf. Erst nach einer Auszeit und der Abwehrumstellung mit dem Kieler Linksaußen Klein als offensiver Spitze konnte sich das deutsche Team absetzen. Nach einem Zwischenspurt schraubte die Heuberger-Sieben das Ergebnis von 9:8 (18.) auf 14:8 (24.) - die Vorentscheidung.

"Das Ergebnis ist zweitrangig. Viel wichtiger ist es, dass die Vorgaben aus dem Training umgesetzt werden - das schafft Selbstvertrauen für die WM", hatte Weltmeister-Kreisläufer Christian Schwarzer unmittelbar vor der Partie gesagt. Der verletzte Linksaußen Uwe Gensheimer (Achillessehnenriss) richtete seinen Blick bereits auf den WM-Start: "Ich hoffe auf einen guten Start ins Turnier. Mit einem Sieg kann sich die Mannschaft Selbstvertrauen holen - das ist wichtig für den weiteren Turnierverlauf."

Heinevetter wieder fit

Die Stimmung der 5400 Zuschauer in der Stuttgarter Porsche-Arena war bereits vor dem Anpfiff prächtig. Keeper Heinevetter, dessen Einsatz wegen eines Gerstenkorns am linken Auge zunächst fraglich war, meldete sich nach seiner Trainingspause wieder fit und stand von Beginn an im Kasten. Zudem kehrte Kapitän Roggisch nach überstandenem Magen-Darm-Virus zurück ins Team.

Am Donnerstagabend beziehen Roggisch und Co. ihr Quartier dann im Hotel "Ciutat de Granollers" in Granollers, unweit der Millionen-Metropole Barcelonas. Nach dem Auftaktspiel gegen Brasilien sind Afrikameister Tunesien (13. Januar), Argentinien (15. Januar), Montenegro (16. Januar) und Titelverteidiger und Olympiasieger Frankreich (18. Januar) die weiteren Vorrundengegner. Heuberger hat das Erreichen des Achtelfinales als Ziel ausgerufen. Dafür muss Deutschland einen der ersten vier Plätze in der Gruppe belegen.

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