Handball - EM-Aus für Müller - Nadgornaja verletzt

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Die Personalsorgen von Handball-Bundestrainer Heine Jensen werden unmittelbar vor der Europameisterschaft in Serbien (4. bis 16. Dezember) immer größer. Drei Tage nach Kapitän Isabell Klein (Mittelhandbruch) hat es nun auch Susann Müller erwischt. Die 24-jährige Linkshänderin, die erst am Wochenende nach zwei Jahren Pause in die Nationalmannschaft zurückgekehrt war, fällt mit einem Meniskusriss im rechten Knie aus.

Leichte Entwarnung gab es am späten Donnerstagnachmittag dagegen bei der am rechten Sprunggelenk verletzten Torjägerin Nadja Nadgornaja. "Mit einem kaputten Band kann man spielen, also werde ich das mit einem festen Tape auch versuchen", sagte die 24 Jahre alte Rückraumspielerin, die sich ihre Verletzung wie Müller bei einer gemeinsamen Trainingseinheit mit dem Männer-Drittligisten VfL Eintracht Hagen zugezogen hatte.

Nach dem "dramatischen Rückschlag" der Müller-Verletzung zeigte sich Bundestrainer Heine Jensen erleichtert. "Das ist nach den Ausfällen von Isabell Klein und Susann Müller eine sehr positive Nachricht", sagte Jensen: "Wir sind erleichtert, dass es für Nadja eine Einsatzchance gibt, und hoffen auf einen schnellen Heilungsverlauf." Insbesondere für das Abwehrzentrum der deutschen Mannschaft ist die 1,84 Meter große Studentin eine wichtige Alternative.

Jensen nominierte Rechtshänderin Christine Beier vom Frankfurter HC nach, um die Probleme im rechten Rückraum zu beheben. Vor Müller, die erst am vergangenen Wochenende beim Länderspiel gegen Rumänien in Münster (25:28) ihr Comeback im Nationalteam gegeben hatte, waren bereits die für den rechten Rückraum vorgesehenen Stefanie Melbeck (Muskelfaserriss) und Klein (Mittelhandbruch) ausgefallen. Damit ist die erst 19-jährige Anne Hubinger die einzige Linkshänderin im Rückraum in Jensens EM-Kader.

Der Bundestrainer benannte am Donnerstag unterdessen Clara Woltering zur neuen Spielführerin. Die 29 Jahre alte Torfrau vertritt in Serbien die verletzte Klein und wird das DHB-Team in das Turnier führen. "Clara bringt sehr viel Emotionalität in die Mannschaft. Genau diese Energie brauchen wir jetzt", sagte Jensen.

Am Donnerstagnachmittag endete das Trainingslager in Kamen-Kaiserau. Am Sonntag trifft sich die deutsche Mannschaft in Frankfurt/Main wieder, fliegt tags darauf nach Serbien und startet am 4. Dezember (18.15) in Novi Sad gegen den Olympiadritten Spanien in die Vorrunde des EM-Turniers. Weitere Gegner sind Ungarn (5. Dezember/20.15) und Kroatien (7. Dezember/20.15/alle live bei Sport1). Die ersten drei Mannschaften jeder Gruppe qualifizieren sich für die Hauptrunde.

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