Handball - Deutschland übersteht EM-Thriller

Die deutschen Handballerinnen haben bei der Europameisterschaft in Serbien dank einer überragenden Katja Schülke die Hauptrunde erreicht. Nach zwei Niederlagen gegen Spanien (20:23) und Ungarn (21:24) besiegte die Mannschaft von Bundestrainer Heine Jensen im abschließenden Vorrundenspiel nach zahlreichen Paraden der Torfrau des HC Leipzig) den WM-Siebten Kroatien in Novi Sad mit 17:16 (8:7).

Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) geht allerdings mit 0:4 Punkten in die am Sonntag beginnende zweite Turnierphase.

Dort trifft das deutsche Team auf Montenegro, Russland und Rumänien. Beste Werferin beim 17. Sieg im 24. Spiel (4 Niederlagen) gegen die Kroatinnen war Natalie Augsburg (HC Leipzig) mit vier Treffern.

Siebenmeter-Festival

Bei Mannschaften gingen ersatzgeschwächt in die Begegnung und begannen übernervös. Ballverluste, technische Fehler, eine schwache Chancenverwertung - beiden Teams merkte man von der ersten Minute den großen Druck im Gruppenfinale an.

Es dauerte bis zur 13. Minute, ehe Kerstin Wohlbold (Thüringer HC) das erste Tor aus dem Feld zur 3:2-Führung der deutschen Auswahl gelang. Die ersten vier Treffer der Begegnung resultierten aus Siebenmetern. Olympia-Viertelfinalist Kroatien, der auf seine Top-Spielerinnen Andrea Penezic (Fußverletzung) und Miranda Tatari (Kreuzbandriss) verzichten musste, benötigte sogar 18 Minuten bis zum ersten Treffer aus dem Feld.

Zittern bis zur letzten Sekunde

Nach 20 Minuten lag die DHB-Auswahl, in der Isabell Klein (Mittelhandbruch), Stefanie Melbeck (Muskelfaserriss in der Wade) und Susann Müller (Meniskusriss im rechten Knie) fehlten, erstmals mit zwei Toren zurück (4:6). Dank einer aggressiven Abwehrarbeit und einer glänzend aufgelegten Schülke ging es aber mit einem knappen Vorsprung in die Halbzeitpause (8:7).

Nach dem Wechsel wurde die Jensen-Truppe kurzzeitig konsequenter im Abschluss, insgesamt agierte sie aber immer noch zu fehlerhaft. So blieb es ein zähes Ringen, kein Team erarbeitete sich zunächst einen Vorsprung.

Die Vorentscheidung zugunsten des deutschen Teams fiel rund zehn Minuten vor dem Ende, als man sich von 12:12 (46.) auf 15:12 (51.) absetzte. Kroatien kämpfte sich zwar noch einmal heran (16:17/57.), doch die DHB-Auswahl zitterte sich zum Sieg, Schülke hielt Sekunden vor Schluss großartig.

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen